Der Musiker Peter Maffay will in Siebenbürgen einen Schutzraum für Kinder schaffen – und baut dabei auf die Hilfe des Handwerks.
Zufluchtsort für geschundene Seelen
"Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben", sang Peter Maffay einst auf seiner Tabaluga-Platte. In der Rückschau wirkt die Zeile wie ein Bekenntnis. Seit Jahren engagiert sich der Rockmusiker über seine Stiftung für benachteiligte und traumatisierte Kinder. Nun möchte der aus Siebenbürgen stammende Künstler sein Engagement in seine ehemalige Heimat ausdehnen. Und dabei setzt Peter Maffay auf die Unterstützung durch das deutsche Handwerk.
In Rumänien will Maffay eine ehemalige Kirchenburg zum „Schutzraum für Kinder“ ausbauen. Dazu hat die von ihm gegründete Stiftung "Fundatia Tabaluga" den Pfarrhof der evangelischen Kirchgemeinde Radeln (rumänisch Roade¸s) gekauft – ein rund 6.500 Quadratmeter großes Grundstück mit allen darauf befindlichen Gebäuden. Geht es nach den Vorstellungen Maffays, soll schon im nächsten Herbst die erste Kindergruppe einziehen.
Aber bis dahin bleibt noch viel Arbeit, denn der bauliche Zustand des denkmalgeschützten Ensembles wird vom drohenden Verfall gekennzeichnet. Hier sind das Know-how und die Leistungsfähigkeit des deutschen Handwerks gefragt. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können helfen, dass das ehrgeizige Ziel von Peter Maffay in die Tat umgesetzt wird. Beteiligen Sie sich an der Aktion "Deutsches Handwerk hilft" und unterstützen Sie den Ausbau der Kirchenburg Radeln zu einem Schutzraum für Kinder!
Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Peter Maffay Stiftung, der Deutschen Handwerks Zeitung und handwerk magazin. Als erste Maßnahmen stehen die Sanierung des Pfarrhauses, der Bau eines Unterkunftsgebäudes für die Kinder und ihre Betreuer, die Instandsetzung des Backhauses sowie die Gestaltung des Außenbereichs auf dem Programm. Die Kosten beziffert die Peter Maffay Stiftung auf rund 500.000 Euro. Alle Arbeiten dieses Teilprojektes sollen im nächsten Jahr abgeschlossen sein.
Und was können deutsche Handwerker beisteuern? Natürlich können Sie Geld spenden. Willkommen sind aber auch Sachspenden, denn in Radeln sind Betriebsstoffe und Materialien nur schwer oder gar nicht erhältlich. Außerdem würde sich Peter Maffay über Fachhandwerker freuen, die vor Ort aktiv mit anpacken. "Wichtig ist, dass wir die Bewohner von Radeln an unserem Projekt teilhaben lassen und sie als Partner verstehen. Deutsche Handwerker können dabei Hilfe zur Selbsthilfe leisten", meint der Musiker.
Peter Maffay und seine gleichnamige Stiftung verfügen über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz in der Arbeit mit benachteiligten und traumatisierten Kindern. Seit 2003 betreibt die Stiftung auf der spanischen Ferieninsel Mallorca eine Finca, auf der Kinder, die als Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch oder durch schwere Krankheiten traumatisiert sind, mit ihren Therapeuten Erholung finden. 200 bis 340 Kinder pro Jahr besuchen die Finca, wo sie bei der Arbeit in der Natur, verbunden mit dem Wahrnehmen der eigenen Kräfte und Grenzen, die Fähigkeit entwickeln, "sich durch das Schaffen selbst zu finden".
Das auf Mallorca seit Jahren erfolgreiche Konzept möchte Peter Maffay nun in seine ehemalige Heimat übertragen. Radeln liegt im siebenbürgischen Hochland, rund 80 Kilometer nordwestlich von Kronstadt (Brasov), der Geburtsstadt des Sängers. Mitte des 12. Jahrhunderts war die Gegend von deutschen Bauern und Handwerkern besiedelt worden. Zum Schutz vor den Osmanen bauten die Siedler die Kirchenburgen. Dieses historische Vorbild hat Peter Maffay für sein jüngstes Vorhaben vor Augen: "Es wäre doch schön, wenn es wieder deutsche Handwerker wären, die die Kirchenburg zu einem Schutzraum ausbauen – dieses Mal für die Schwächsten in der Gesellschaft, für benachteiligte Kinder.
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