Bildungsprogramm "Erasmus für alle" "Zu wenig Geld für berufliche Bildung"

Die Europäische Kommission hat ein neues Bildungsprogramm "Erasmus für alle" vorgestellt. Es soll die bisherigen Bildungsprogramme zusammenfassen. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) kritisiert jedoch, dass dieses neue Programm weniger Geld für die berufliche Bildung vorsieht. Zudem führe der neue Name nur zu noch mehr Verwirrung.

Das neue Programm "Erasmus für alle" der Euopäischen Kommission soll die jetzigen Bildungsprogramme ersetzen. - © goodluz - Fotolia

Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für das neue Programm "Erasmus für alle" für den Zeitraum von 2014 bis 2020 vorgelegt. Der Vorschlag sieht ein Finanzvolumen von 17,3 Milliarden Euro vor. In diesem Programm sollen das bisherige Programm für Lebenslanges Lernen, das Programm  Jugend in Aktion sowie Programme mit Drittstaaten im Hochschulbereich zu einem großen Bildungsrahmenprogramm zusammengefasst werden.

Das sei jedoch der falsche Weg, so der BIBB-Hauptausschuss. Er hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten. Dem Ausschuss gehören zu gleichen Teilen Beauftragte der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, der Länder und des Bundes an.

Der BIBB-Hauptausschuss fordert, mindestens 25 Prozent des gesamten Budgets für berufliche Bildung vorzusehen. Eine Konzentration der Fördermittel in der Hochschulausbildung werde hingegen die Probleme am europäischen Arbeitsmarkt nicht lösen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, dass etwa 2,2 Millionen Studierende von dem Programm profitieren sollen, hingegen nur etwa 735.000 Teilnehmer für die berufliche Aus- und Weiterbildung.

BIBB fordert, die Markennamen beizubehalten

Der Hauptausschuss plädiert außerdem dafür, die etablierten Markennamen für die jeweiligen Programme, wie Comenius, Erasmus oder Leonardo da Vinci beizubehalten und nicht wie vorgesehen, alles unter einem Namen laufen zu lassen. Außerdem sollte nach Meinung des BIBB-Hauptausschusses die Ausgestaltung der nationalen Umsetzung auch grundsätzlich in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten liegen.

Weiter sei der demografische Wandel stärker zu berücksichtigen. In ihrer Stellungnahme fordert der BIBB-Hauptausschuss deshalb, ein eigenes Budget für die berufliche Weiterbildung sowie der Erwachsenenbildung bereit zu stellen. Die Bemühungen, das Verwaltungsverfahren zu erleichtern und somit kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu erleichtern, seien hingegen zu begrüßen.

Der Programmvorschlag wird nun vom Rat und vom Europäischen Parlament erörtert. Sie entscheiden über den endgültigen Finanzrahmen 2014 bis 2020.

Mehr Informationen zu dem Programm finden Sie auf der Internetseite der Europäischen Kommission. Die Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses finden Sie hier als PDF. rh