Beschäftigung älterer Menschen: Bundesinstitut für Berufsbildung stellt neue Forschungsergebnisse vor

„Zu jung, um alt zu sein“
In Zukunft wird der größere Teil der Beschäftigten über 50 Jahre alt sein. Ihre individuelle Arbeitsfähigkeit zu sichern und das verlängerte Arbeitsleben auch in ihrem Sinne zu gestalten, erfordert ein weitreichendes Umdenken aller Beteiligten. Die Veröffentlichung „Ältere Beschäftigte: Zu jung, um alt zu sein“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) stellt Forschungsergebnisse, konkrete Konzepte und Instrumente aus wissenschaftlicher und unternehmerischer Sicht zum Thema ältere Beschäftigte vor.
Darin werden vor allem betriebliche Gesamtkonzepte gefordert, um den Wissenstransfer zwischen Älteren und Jüngeren zu sichern. Es wird eine Verabschiedung von altersselektiver Personalentwicklung angemahnt und motivierende Arbeitszeitmodelle werden vorgestellt, die auch einen flexiblen Übergang von der beruflichen in die nachberufliche Phase mit einbeziehen. Die Berufsbildungsfachleute zeigen Wege auf, um Arbeitsfähigkeit, Qualifikation und Motivation der Beschäftigten, aber auch die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Betriebe und Unternehmen zu erhalten und zu fördern. Es werden Maßnahmen und Instrumente für eine altersgerechte Gestaltung des Arbeitslebens und flexible Arbeitszeiten vorgestellt, die sich am Lebenszyklus orientieren. Generationenübergreifende Wissenstransfers gehören ebenso dazu wie Weiterbildungsangebote, die zum Vorteil der Beschäftigten, aber auch der Betriebe, nicht nur auf das Berufsleben ausgerichtet sind, sondern auch die Zeit nach der Erwerbstätigkeit in den Blick nehmen. Vor rund 100 Jahren wurden die Menschen in Deutschland im Durchschnitt etwa 45 Jahre alt. Dagegen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Mädchen heute bei über 82, die neugeborener Jungen bei über 77 Jahren. Zugleich sinkt die Geburtenrate. Die Zahl der Erwerbspersonen wird ab 2020 deutlich sinken, der Anteil der Älteren unter ihnen steigt. Liegt der Anteil der Personen, die erwerbstätig sind und sein können, bei den 50- bis 64-Jährigen derzeit bei 31 Prozent, so wird er im Jahr 2020 bereits bei 42 Prozent liegen und bis zum Jahr 2035 weiter auf rund 46 Prozent ansteigen (Quelle: Statistisches Bundesamt).dhz
Das Buch „Ältere Beschäftigte: Zu jung, um alt zu sein“ ist in der BIBB-Reihe „Berichte zur beruflichen Bildung“ erschienen (ISBN 978-3-7639-1144-8, E-Book 978-3-7639-4824-4). Es kann für 27,90 Euro über die BIBB-Homepage (www.bibb.de/veroeffentlichungen) bestellt werden