Der bisherige baden-württembergische CDU-Generalsekretär und Kandidat für den Landesvorsitz, Thomas Strobl, will seine Partei offenbar grundlegend reformieren. Laut Vorabbericht der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe) geht dies aus einem Thesenpapier Strobls hervor, das er in dieser Woche an die Bezirks- und Kreisvorsitzenden der Südwest-CDU geschickt hat.
Zeitung: Strobl will Südwest-CDU reformieren
Stuttgart (dapd). Der bisherige baden-württembergische CDU-Generalsekretär und Kandidat für den Landesvorsitz, Thomas Strobl, will seine Partei offenbar grundlegend reformieren. Laut Vorabbericht der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe) geht dies aus einem Thesenpapier Strobls hervor, das er in dieser Woche an die Bezirks- und Kreisvorsitzenden der Südwest-CDU geschickt hat.
Darin übt Strobl offen Selbstkritik. Man habe in den vergangenen Jahren bestimmte Themen und Fragen "konsequent verdrängt und vertagt", Konfliktpotenziale seien "überspannt oder zugedeckt worden, statt sie auszudiskutieren", schreibt er dem Bericht zufolge. Jede innerparteiliche Kritik am Regierungshandeln habe "einem Tabu" geglichen.
Statt um einen "offenen Diskurs" sei es stets "um Geschlossenheit" gegangen. "Wir haben uns als unentbehrlich für das Funktionieren des Landes gesehen und nicht gemerkt, dass uns Bindungen und Verbindungen zu einem Teil der Menschen im Land verloren gegangen sind", zitiert die Zeitung Strobl. Dies gelte nicht nur für "Stuttgart 21".
Nach der verlorenen Landtagswahl gelte es nun, umzudenken. Die Partei müsse ihre Strukturen in den Bezirks- und Kreisverbänden überarbeiten. Zwar seien CDU-Mitglieder nach wie vor in vielen Verbänden aktiv, jedoch gehe die Partei zu selten auf Menschen zu, die sich in der modernen Bürgergesellschaft engagierten, und lade diese zu einer Mitarbeit in der CDU ein. "Wir müssen agiler, beweglicher, frecher, offener und nahbarer werden. Die CDU muss zu einer Zuhör-Partei werden", zitiert das Blatt weiter aus dem Brief.
Strobl ist bisher der einzige Kandidat für die Nachfolge von Stefan Mappus als CDU-Landesvorsitzender. Der ursprünglich für Anfang Mai geplante Parteitag, auf dem der neue Vorsitzende gewählt werden soll, findet voraussichtlich am 23. Juli statt. Zuvor soll es vier Regionalkonferenzen geben.
dapd
