Die Versorgung verwundeter Soldaten in Afghanistan ist nach einem Pressebericht nicht ausreichend gesichert.
Zeitung: Offiziere kritisieren Verwundetenversorgung in Afghanistan
Berlin (dapd). Die Versorgung verwundeter Soldaten in Afghanistan ist nach einem Pressebericht nicht ausreichend gesichert. Die "Bild"-Zeitung (Onlineausgabe) berichtete, deutsche Generäle und hohe Offiziere hätten in einem sogenannten Kontingentbericht vom Juli vergangenen Jahres kritisiert, dass die von der NATO vorgegebenen Rettungszeiten von 60 bis 90 Minuten für Verwundete seien nicht grundsätzlich sichergestellt. Deutsche Sanitäter seien nicht richtig auf den Einsatz vorbereitet gewesen. Bei der Versorgung schwerer Schuss- und Explosionswunden gebe es häufig Lücken.
Kritisiert wird der Zeitung zufolge auch, dass manche Soldaten ihre Waffen nicht beherrschen. Viele wüssten auch nicht genug darüber bescheid, wie sie sich mit elektronischer Ausrüstung gegen Sprengfallen schützen können. Viele Fahrer hätten zudem zu wenig Erfahrung mit gepanzerten Fahrzeugen in schwierigem Gelände. Deswegen gebe es viele Unfälle mit hohen Sachschäden.
Die Ausbildung afghanischer Polizisten und Soldaten sei gefährdet, weil es keine adäquaten Ausbilder gebe, schrieb das Blatt. "Vor dem kulturellen und geschichtlichen Hintergrund Afghanistans spielen Alter, Dienstgrad und Erfahrung der Mentoren die entscheiden Rolle, um von den afghanischen Partnern akzeptiert zu werden", zitierte die Zeitung aus einem Bericht. Es sei nicht sinnvoll, "Lückenfüller" als Mentoren einzusetzen. Insgesamt sähen die Bundeswehroffiziere die Auftragserfüllung gefährdet.
In den Berichten aus der Zeit zwischen November 2009 und November 2010 werde auch Kritik an den US-Alliierten laut, schrieb das Blatt. Die Deutschen fühlten sich "marginalisiert", weil US-General David Petraeus nach seinem Amtsantritt als Oberbefehlshaber zusätzliche US-Soldaten in der Führung der Internationalen Afghanitan-Schutztruppe ISAF eingesetzt habe.
dapd
