Behinderte Menschen haben vom Wirtschaftsaufschwung bisher nicht profitiert. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ist in den vergangen drei Jahren bis April 2011 sogar um mehr als 15.000 auf etwa 183.500 gestiegen. Dies geht aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet.
Zeitung: Behinderte profitieren nicht vom Aufschwung
Berlin/München (dapd). Behinderte Menschen haben vom Wirtschaftsaufschwung bisher nicht profitiert. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ist in den vergangen drei Jahren bis April 2011 sogar um mehr als 15.000 auf etwa 183.500 gestiegen. Dies geht aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet. "Die Situation arbeitsloser schwerbehinderter Menschen ist weiterhin nicht zufriedenstellend", sagt der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe.
Egal ob Kurzzeit-Erwerbslose mit Arbeitslosengeld I oder Hartz-IV-Empfänger - der Anteil der Schwerbehinderten an allen Arbeitslosen hat sich deutlich erhöht. Vor drei Jahren lag er bei 4,9 Prozent. Jetzt sind es bereits 6,0 Prozent, wie die Zeitung weiter schreibt. Dies liege in erster Linie an der dramatischen Zunahme der arbeitslosen Schwerbehinderten zwischen 55 und 64 Jahren. Deren Zahl sei um mehr als 50 Prozent auf gut 67.000 gewachsen.
Seit Anfang 2008 seien bestimmte Vorruhestandsregeln weggefallen. In der Statistik der BA würden deshalb deutlich mehr Ältere als arbeitslos erfasst als früher. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) spricht deshalb von statistischen Effekten. Der Verband räumt aber ein, dass schwerbehinderte Menschen vom Aufschwung "erst zeitverzögert profitieren, weil sie oft schwerer vermittelbar sind".
dapd
