Am Wochenende ist es so weit. Die Uhren werden zur Sommerzeit eine Stunde vorgestellt. Autofahrer müssen allerdings aufpassen. Denn das Vorstellen der Uhr kann gefährlich sein. Die Umstellungsreaktionen können jedoch gemildert werden.

Auch wenn es sich nur um eine Stunde handelt, bedeutet die Umstellung auf Sommerzeit für viele Menschen einen gravierenden Eingriff in ihren Bio-Rhythmus. Das beeinträchtigt natürlich auch die Fahrtauglichkeit. Seit 1980 geht das nun schon so; jeweils am letzten Wochenende im März werden die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2.00 Uhr eine Stunde vorgestellt.
Zur Zeitumstellung steigen Verkehrsunfälle an
Allerdings ist bei der Zeitumstellung Vorsicht geboten. Die Kombination aus Schlafdefizit, Temperaturanstieg und zunehmendem Freizeitverkehr begünstigen offenbar den Anstieg des Verkehrsunfallrisikos, vermutet der Auto Club Europa (ACE). Dabei stützt sich der Club auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, danach war immer nach der Umstellung auf die Sommerzeit ein deutlicher Anstieg der schweren Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Der ACE zitiert zudem Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), wonach jeder vierte Unfall in Deutschland auf Sekundenschlaf zurückzuführen ist.
Untersuchungen von Krankenkassen belegen, dass fast jeder zweite Deutsche nach der Umstellung auf die Sommerzeit unter Schlafproblemen leidet. Zwischen vier und 14 Tagen benötigt der menschliche Körper, um seinen gewohnten Schlaf-Rhythmus auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Mag die um eine Stunde vorgestellte Uhr auch mehr Licht am Abend bringen - die Umstellung im Frühjahr fällt in jene Zeit, in der sich der menschliche Organismus nach der dunklen Jahreszeit wieder auf Sommerbetrieb umstellt.
Umstellungsreaktionen können abgemildert werden
Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich die Reaktionen auf die Zeitumstellung abmildern. Der Schlafexperte Günter W. Amann-Jenson hat folgende Tipps zusammengestellt:
- Wichtigster Grundsatz: keine übertriebenen Befürchtungen um den Schlaf! Der Schlaf reguliert sich selbst, wenn die elementaren Voraussetzungen stimmen.
- Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus beachten.
- Ganzheitliche Schlafunterlage, angenehme Umgebung: kühles Schlafraumklima, Licht- und Schalldämpfung, keine sichtbaren Stressfaktoren oder Uhren, Elektrosmog am Schlafplatz vermeiden .
- Kunstlicht mit hohem Blaulichtanteil (Laptop, PC, TV) speziell am Abend vermeiden oder Spezialbrille benutzen. Auch Energiesparlampen haben einen hohen Blaulichtanteil.
- Sport macht müde: Wer vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen körperlich aktiv war, schläft besser. Auch Sex wirkt eindeutig schlaffördernd.
- Den Abend entspannt verbringen.
- "Den Tag abschalten" vor dem Zubettgehen - Entspannungstechniken wie z.B. die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder das autogene Training können bei Einschlafproblemen eine wirksame Hilfe sein.
- Am Sonntagabend etwas später als gewohnt zu Bett gehen.
- In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung abends leichte Mahlzeiten und höchstens wenig Alkohol zu sich nehmen. Auf Kaffee, Tee oder andere aufputschende Getränke bis zu drei Stunden vor dem Schlafengehen verzichten.
- Wer eine empfindliche Verdauung hat, sollte die Essenszeiten schrittweise anpassen.
- Am Montag lieber eine halbe Stunde früher aufstehen als üblich und die Zeit für das richtige Erwachen nutzen: Frische Luft tanken, einen kleinen Spaziergang machen, Wasser trinken. Erst danach ein leichtes Frühstück.
- Wenn das frühere Einschlafen Mühe bereitet, nicht sofort zu Schlafmitteln greifen. Lieber zuerst Kräuter wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Melisse in Form von Tees oder Dragees ausprobieren.
- Auf einen Mittagsschlaf während der Umstellungszeit verzichten. Besser bei Müdigkeit eine Erholungspause einlegen. So lässt sich die innere Uhr wieder einpendeln und der Nachtschlaf wird besser.
- Schlaffreundliche Tage (Bewegung, Wasser, Atmung, Entspannung etc.) kreieren. dhz