Studie des Zeitarbeitverbands BAP Zeitarbeit bundesweit rückläufig

Die Zeitarbeitsbranche bekommt die abgeschwächte Konjunktur der deutschen Wirtschaft deutlich zu spüren. Auch die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf sind eher verhalten, wie eine neue Studie des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister zeigt.

Steffen Guthardt

Seit Mitte des vergangenen Jahres nimmt die Beschäftigung in der Zeitarbeit ab. Der Dezember 2012 war bereits der fünfte Monat in Folge mit einem spürbaren Rückgang. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank um 5,4 Prozent auf 800.000 Beschäftigte. Das bedeutet einen Tiefstand in der Branche, der zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2010 unterschritten wurde. Das ist ein zentrales Ergebnis des neuen Zeitarbeitsindex, den der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) veröffentlicht hat. Hauptgrund für den Rückgang ist nach Angaben des Verbandes die schwächelnde Konjunktur in der gesamtdeutschen Wirtschaft (siehe Interview). Der Abschwung wirkte sich im Dezember 2012 allerdings nicht bei allen Unternehmen der Zeitarbeitsbranche mit gleicher Stärke aus. Während der Rückgang bei den kleinen und spezialisierten Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern bei 3,9 Prozent lag, belief er sich bei den Mittelständlern mit 51 bis 500 Beschäftigten auf 5,7 Prozent. Bei den Großunternehmen sank die Beschäftigung um 5,1 Prozent.

Schlusslicht Baden-Württemberg

Der Beschäftigungsrückgang betraf dabei von November auf Dezember 2012 ausnahmslos alle Bundesländer. Am geringsten fiel das Minus im Saarland mit nur 0,1 Prozent aus. Es folgen Hessen (–2,2), Hamburg (–2,6) und Sachsen (–2,9). Die meisten Zeitarbeitnehmer verloren Brandenburg und Baden-Württemberg (jeweils –7,7 Prozent). Das südliche Bundesland hatte bei der letzten Studie des BAP noch über dem Bundesdurchschnitt gelegen. Bayern liegt mit –4,8 Prozent im Mittelfeld. Im Jahresvergleich zum Dezember 2011 ergeben sich etwas andere Zahlen (siehe Grafik rechts). Bremen konnte als einziges Bundesland einen Zuwachs bei der Zeitarbeit verzeichnen (+6,5 Prozent). Moderat fiel der Rückgang in Hamburg (–4,0), Schleswig-Holstein (–4,7) und Berlin (–4,9) aus. Einen regelrechten Einbruch bei der Zeitarbeit gab es dagegen in Thüringen (–24,6 Prozent), Baden-Württemberg (–26,3) und im Saarland (–26,6) zu verzeichnen. Hier fiel die Beschäftigungszahl jeweils um etwa ein Viertel.

Gemischte Prognosen für die erste Jahreshälfte

Der Ausblick der Zeitarbeitsfirmen für das I. und II. Quartal 2013 fällt trotz des Trends insgesamt verhalten optimistisch aus, wie die Befragung des BAP zeigt. Knapp jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) geht davon aus, dass die Zahl seiner Beschäftigten bis zur Jahresmitte steigen wird. Dem gegenüber steht aber auch deutlich mehr als ein Drittel der Befragten (39 Prozent), die von einem weiteren Rückgang der Zeitarbeitnehmer ausgehen. Zwölf Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das derzeitige Niveau ungefähr gehalten wird. Nach Angaben des BAP fällt die Beschäftigungsprognose damit deutlich verhaltener aus als noch für die Jahre 2010, 2011 und 2012.

Die vollständige Studie finden Sie hier .