Aigner pocht auf bewussteren Umgang mit Lebensmitteln Zeit für ein Umdenken

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat mehr Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln gefordert. "Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft", sagte Aigner anlässlich der Eröffnung des internationalen Fachkongresses "Save Food" am Montag in Düsseldorf. Es sei höchste Zeit für ein Umdenken.

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Zeit für ein Umdenken

Düsseldorf (dapd). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat mehr Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln gefordert. "Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft", sagte Aigner anlässlich der Eröffnung des internationalen Fachkongresses "Save Food" am Montag in Düsseldorf. Es sei höchste Zeit für ein Umdenken. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssten den Wert von Lebensmitteln in den Mittelpunkt rücken. "Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, die alltägliche Verschwendung zu stoppen."

Rein rechnerisch reiche die Menge produzierter Lebensmittel, um alle Menschen auf dem Planeten zu ernähren, erklärte die Ministerin weiter. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) würden in den Industriestaaten jährlich jedoch mehr als 220 Millionen Tonnen Essen weggeworfen. In Deutschland wanderten pro Jahr vermutlich mehr als 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Selbst nach weitaus vorsichtigeren Schätzungen seien es pro Jahr mindestens 170.000 Lastwagen-Ladungen mit Lebensmitteln, die auf dem Müll landeten - darunter auffallend viele verpackte und ungeöffnete Nahrungsmittel. "Damit ist klar, wir verschwenden riesige Ressourcen - auch in Deutschland", sagte Aigner.

Die CSU-Politikerin kündigte an, Ende des Jahres eine nationale Wegwerf-Studie vorzulegen. Die Situation in Deutschland solle genauer untersucht und mögliche Lösungsansätze entwickelt werden. Häufig unterschätzten Verbraucher die Mengen an Nahrungsmitteln, die sie wöchentlich in den Abfall gäben.

dapd