E-Autopflicht im Gespräch ZDK gegen EU-Verbrennerverbot für Firmenflotten

Der Verband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes lehnt mögliche Pläne der EU-Kommission entschieden ab. Das Bundesverkehrsministerium ebenfalls. Das steckt hinter der Diskussion.

Die EU-Kommission plant einem Medienbericht zufolge ab 2030 ein Verbrenner-Verbot für Dienst- und Mietwagen. Laut der Behörde ist aber noch nichts entschieden. - © Sallenbuscher - stock.adobe.com

Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes hält nichts von möglichen Plänen der EU-Kommission für ein Verbrennerverbot für Firmenflotten und Mietautos ab dem Jahr 2030 "Solche Pläne sind völlig realitätsfern und ökonomisch gefährlich", sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Der Verband appelliere an die Bundesregierung, sich in Brüssel klar gegen eine einseitige E-Autopflicht für Mietwagenanbieter und Firmenflotten auszusprechen. Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums sagte auf Anfrage: "Wir setzen uns dafür ein, dass das so nicht kommt", sagte sie.

EU-Kommission: Keine Entscheidungen getroffen

Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über entsprechende Pläne der EU berichtet. Die EU-Kommission hat nach eigenen Angaben noch keine Entscheidung zu möglichen Klimavorschlägen für Dienstwagen getroffen. Ein Sprecher der Behörde sagte, die Industrie habe den Wunsch geäußert, CO₂-Normen für Unternehmensflotten zu präzisieren. Man arbeite derzeit an einer entsprechenden Folgenabschätzung. Er betonte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Es wurden keine Entscheidungen auf politischer Ebene getroffen."

Verkehrsministerium für flexiblen Ansatz

Und weiter hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium "Pauschale gesetzliche Quoten bedeuten eine erhebliche finanzielle und bürokratische Belastung für Unternehmen. Wir streben jedoch einen flexiblen, schrittweisen Ansatz an, der notwendige Rahmenbedingungen wie Ladeinfrastruktur und Fahrzeugangebot berücksichtigt", sagte die Sprecherin. Dies sei auch die Linie des Koalitionsvertrages.

Peckruhn: Es fehlen die Voraussetzungen

ZDK-Präsident Peckruhn betonte, dass weder die Ladeinfrastruktur noch die Netzstabilität oder die Strompreise auf eine flächendeckende Elektrifizierung ganzer Fahrzeugflotten vorbereitet sei. "Die Folgen wären ein gravierender Verlust an Mobilität sowie massive Mehrkosten für Betriebe und Verbraucher", warnte er.

Weitere Spaltung zwischen Stadt und Land befürchtet

Darüber hinaus befürchtet der ZDK bei einer solchen Lösung nicht nur einen deutlichen Preisschub bei Mobilitätsdienstleistungen, sondern auch eine weitere Spaltung zwischen Stadt und Land. In ländlichen Regionen sei der Wechsel auf Elektroflotten nicht in gleicher Weise darstellbar wie in Metropolregionen, sagte Peckruhn. Statt starre Verbote brauche es gezielte Anreizsysteme und eine echte Förderung alternativer Antriebe – von E-Fuels bis Wasserstoff.

Mit Inhalten der dpa