Nach einem schwachen ersten Quartal weisen die neuesten Zahlen der Konjunkturumfrage des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen im Halbjahresvergleich eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von 5,9 Prozent aus.

Zahntechniker verzeichnen saisonbedingtes Auftragsplus
Dieser relativ hohe Anstieg im zweiten Quartal sei jedoch kein Zeichen erhöhter Nachfrage. Vielmehr handelt es sich nach Aussage des VDZI-Generalsekretärs Walter Winkler bei der Zuwachsrate vom ersten zum zweiten Quartal um eine Kombination des typischen saisonbedingten Anstiegs und eines Arbeitstage-Effekts. "Im Vergleich zum Vorjahr gab es im ersten Quartal zwei Arbeitstage weniger, im zweiten Quartal dafür drei Arbeitstage mehr. Allein dieser Effekt macht rund fünf Prozentpunkte des Umsatzanstiegs aus", erklärt Winkler. Bereinige man die Quartalsergebnisse um diesen Effekt, zeige sich, dass es keinen realen Nachfrageimpuls gibt, der über die normale saisonale Entwicklung hinausgeht.
Die Mehrheit der Betriebe sehe demzufolge den Quartalszuwachs realistisch. Die pessimistischen Erwartungen für das dritte Quartal verweisen auf eine entsprechende Einschätzung. Immerhin 44,9 Prozent der Befragten erwarten einen deutlichen Umsatzrückgang im kommenden Quartal.
"Die Skepsis der Betriebe angesichts der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, insbesondere der energiepreisgetriebenen steigenden Inflationsrate, ist berechtigt", so Winkler. Der drohende konjunkturelle Absturz führe erfahrungsgemäß in der Zahnersatzversorgung zur Verschiebung oder Vermeidung einer notwendigen Versorgung durch die Patienten. Die Konsumzurückhaltung könnte sich daher auch bei der Zahnersatznachfrage in den nächsten Monaten auswirken.
fm