Gegen Korruption und für mehr Qualität im Wettbewerb Zahntechnik: Verband fordert angemessene Bezahlung

Die Zahntechniker wollen eine angemessene Bezahlung von Regelleistungen beim Zahnersatz. Das teilte der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) auf seiner Mitgliederversammlung in Bremen mit. Der VDZI möchte, dass bei zukünftigen Preisverhandlungen die Kostenentwicklungen berücksichtigt werden. Korruptionsbekämpfung und mehr Qualität im Wettbewerb waren weitere wichtige Themen.

Frank Muck

Die Zahntechniker möchten besser mit den Zahnärzten zusammen arbeiten – für mehr Qualität bei der Versorgung der Patienten. - © Foto: comartist.de/Fotolia.com

Der VDZI verweist darauf, dass Labore auch dann kostendeckend arbeiten können müssen, wenn sie ausschließlich Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte fertigen. Demzufolge müssten Kostensteigerungen auch bei den Preisverhandlungen bei Regelleistungen berücksichtigt werden. Uwe Breuer, Präsident des VDZI, formulierte weitere berufspolitische Forderungen, denen sich die Gesundheitspolitik widmen müsse. Im Mittelpunkt eines Positionspapiers stehen eine stärkere Orientierung an den Patientenrechten und an der Qualität der zahntechnischen Arbeit.

Werkverträge vor Einfluss von Außen schützen

Unter anderem soll die Zusammenarbeit zwischen dem Zahnarzt als freiem Beruf und dem selbstständigen Zahntechnikermeister in der Zahnersatzversorgung gestärkt werden. Dafür müsse der Werkvertrag zwischen Zahnarzt und Labor vor Einflussnahme von Außen geschützt werden – besonders gegen die von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung.

Breuer unterstrich nochmal, dass die Stellung des Zahntechnikermeisters gestärkt werden müsse, gerade im Hinblick auf die Qualität des Zahnersatzes. Dieser sei kein Handelsgut, das ohne den Zahntechnikermeister "in Verkehr gebracht" werden dürfe.

Verband will Korruption nicht hinnehmen

Der Verbandspräsident sprach auch das Thema Korruption im Gesundheitswesen an. Obwohl sich die Regierung und die Opposition mit dem Thema beschäftigen, müssten sich die Berufsstände Zahnärzte und Zahntechniker aus ethischen Gründen selbst dieses Themas annehmen. Der VDZI habe sich frühzeitig dazu positioniert und sei sich mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer einig, dass korruptives Verhalten auch von Zahntechnikern und Zahnärzten nicht hingenommen weren könne – von welcher Seite sie auch ausgehe.

Eine gesetzliche Vorschrift müsse sicherstellen, "dass es dem einzelnen Zahnarzt und dem Zahntechniker unmöglich ist, durch geeignete rechtliche Konstruktionen bei der Auftragsvergabe das Verbot der Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung zu umgehen", sagte Breuer.