DRD-Index Zahlungsmoral verbessert sich

Kleine Betriebe erhalten schneller ihr Geld vom Kunden als große Unternehmen. Jedoch sollten Betriebe mit vielen Privatkunden weiterhin genau auf ihre Zahlungseingänge achten.

Zahlungsmoral verbessert sich

Die deutschen Unternehmen machen derzeit überwiegend gute Erfahrungen mit der Zahlungsweise ihrer Kunden. Sowohl die Umfrageergebnisse als auch die Auswertungen aus dem Creditreform Debitorenregister (DRD) zeigen, dass Rechnungen meist innerhalb der gesetzten Frist bezahlt werden. Das Ausmaß der Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle ist rückläufig.

Gut die Hälfte der rund 4.300 befragten Unternehmen (52,1 Prozent) bewertet derzeit das Zahlungsverhalten der Kunden mit den Noten "gut" oder "sehr gut". Vor einem Jahr zeigten sich nur 43,0 Prozent zufrieden. Nicht einverstanden mit dem Zahlungsverhalten waren diesmal 5,4 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 6,9 Prozent).

Große Unternehmen warten länger auf ihr Geld

Die guten Noten haben nach Ansicht der Creditreform ihren Grund, schließlich erhalten mehr als drei Viertel der Unternehmen (76,9 Prozent) nach spätestens 30 Tagen das Geld für eine Warenlieferung oder eine erbrachte Leistung (Vorjahr: 73,8 Prozent).

Dabei melden kleine Unternehmen einen zügigeren Zahlungseingang als große. Bei maximal fünf Beschäftigten verbuchen 88,3 Prozent der Unternehmen und bei sechs bis zehn Mitarbeitern immerhin 87,6 Prozent den Zahlungseingang in der Regel innerhalb von 30 Tagen.

Größere Firmen weisen im Durchschnitt längere Forderungslaufzeiten auf. Ab einer Betriebsgröße von 50 Beschäftigten verringert sich der Anteil der Unternehmen, die innerhalb eines Monats das Geld für eine erbrachte Leistung erhalten.

Privatinsolvenzen auf hohem Niveau

Forderungsverluste bleiben auch in konjunkturellen Boomzeiten nicht aus. So hat jedes neunte Unternehmen (11,1 Prozent) Forderungen von mehr als einem Prozent seines Jahresumsatzes als Verlust ausbuchen müssen, beispielsweise weil ein Kunde Insolvenz angemeldet hat.

Der Anteil der betroffenen Unternehmen hat sich gegenüber dem Vorjahr aber verringert. Im Frühjahr 2010 hatten noch 15,0 Prozent der Befragten Zahlungsausfälle in dieser Größenordnung hinnehmen müssen. Von uneinbringlichen Außenständen gänzlich verschont blieben zuletzt 15,2 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 15,0 Prozent).

Der positive Trend beim Zahlungsverhalten dürfte sich fortsetzen. Mit dem zu erwartenden Rückgang der Unternehmensinsolvenzen dürfte zudem das Risiko von Zahlungsausfällen begrenzt bleiben. Wachsamkeit ist laut der Creditreform allerdings geboten, wenn sich im Kundenportfolio verstärkt Privatkunden befinden, denn die Zahl der Verbraucherinsolvenzen dürfte im laufenden Jahr auf hohem Niveau verharren.

dhz