Creditreform Zahl der Insolvenzen steigt erstmals seit 2003

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist erstmals seit 2003 wieder gestiegen. In diesem Jahr wird mit einer Zunahme bei den Firmenpleiten um 2,2 Prozent auf 29.800 gerechnet.

Zahl der Insolvenzen steigt erstmals seit 2003

Das teilte der Wirtschaftsinformationsverband Creditreform mit. In Ostdeutschland betrage das Plus nur 1,7 Prozent. Die geringsten Risiken für Unternehmen, Insolvenz anmelden zu müssen, gebe es in Bayern und Baden-Württemberg. Die schlechteste Bonität hätten die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Creditreform-Angaben erreichten die Unternehmensinsolvenzen 2003 ihren Höhepunkt seit Beginn der Erfassung. Damals konnten 40.000 Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Größte Unternehmenspleiten in diesem Jahr waren nach Einschätzung des Verbandes die Insolvenzen des Postkonkurrenten PIN Group, der drei ehemaligen KarstadtQuelle-Töchter SinnLeffers, Wehmeyer und Hertie sowie der Berliner Spedition Friedrich Schulze.

Die Verbraucherinsolvenzen sind laut Creditreform hingegen rückläufig und werden sich in diesem Jahr voraussichtlich um 6,5 Prozent auf 98.500 Insolvenzen reduzieren. Das sei der erste Rückgang seit Einführung der Insolvenzordnung 1999. Derzeit seien rund 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahren überschuldet.

Zum Stichtag 1. Oktober habe die Schuldnerquote bei 10,11 Prozent gelegen. Die sonstigen Insolvenzen, wie überschuldete Nachlässe oder Zusammenbrüche ehemals Selbstständiger, würden voraussichtlich um 6,3 Prozent auf 28.400 abnehmen. Nach Angaben von Creditreform wird damit die Gesamtzahl der Insolvenzen in diesem Jahr um 4,9 Prozent auf 156.700 Fälle sinken.

ddp