Bundesagentur für Arbeit Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen

Der anhaltend strenge Winter hat die Arbeitslosigkeit im Januar noch einmal deutlich steigen lassen. Laut der Bundesagentur für Arbeit nahm die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vormonat um 331.000 auf 3,347 Millionen zu. Damit liegt sie aber immer noch auf dem niedrigsten Januar-Wert seit 1992.

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Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen

"Bedingt durch Saison und kalten Winter sind viele Menschen arbeitslos geworden. Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt hat sich aber auch im Januar fortgesetzt", fasste der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, zusammen. Demnach nahm die Zahl der Menschen ohne Job saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 13.000 ab. Und auch verglichen mit dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang um 270.000.

"Dieser starke Anstieg im Januar ist üblich", betonte Weise. Zum einen gebe es viele Entlassungen zum Jahresende, zum Beispiel durch das auslaufende Weihnachtsgeschäft. Zum anderen gebe es auch tendenziell weniger Einstellungen in der Winterpause. Hinzu gekommen sei in diesem Jahr der kalte Winter, der sich vor allem auf die Außenberufe ausgewirkt habe.

Mehr sozialversicherungspflichtige Jobs

Gleichzeitig zeigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter nach oben: Sie legte nach BA-Hochrechnungen im November um 566.000 gegenüber dem Vorjahr auf 28,28 Millionen zu und übertraf damit sogar ihren Höchststand vom Anfang des Jahrtausends knapp. "Die Beschäftigungsverluste durch die Krise sind ausgeglichen", erklärte Weise. Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung nahm den BA-Zahlen zufolge um 321.000 zu, die Teilzeitbeschäftigung um 222.000.

Von diesem Aufbau waren fast alle Branchen betroffen, mit Ausnahme der öffentlichen Verwaltung. Im verarbeitenden Gewerbe wurden laut Weise ebenfalls wieder mehr Mitarbeiter eingestellt. Allerdings wurde hier das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.

"Die Aussichten auf ein weiter hohes Beschäftigungsniveau sind gut", sagte der BA-Chef mit Blick auf den Jahresverlauf. Gleichwohl mache sich der Strukturwandel immer weiter bemerkbar: Ein Aufbau von Teilzeitstellen im Dienstleistungssektor gehe zulasten von Vollzeitstellen in der Industrie. Außerdem gebe es immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse und Zeitarbeitsplätze.

Aktuell seien dort rund 790.000 Menschen beschäftigt und damit etwa drei Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. "Das ist in Europa ein Mittelwert, der sogar eher am unteren Rand ist", erklärte Weise.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld bezogen im November 185.000 Arbeitnehmer und damit 23.000 weniger als im Oktober und 763.000 weniger als im November 2009.

Niedrigste Quote in Baden-Württemberg

Unterteilt in Bundesländer weist Baden-Württemberg mit 4,7 Prozent die bundesweit niedrigste Arbeitslosenquote auf, gefolgt von Bayern (4,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (6,1 Prozent). Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern (14,8 Prozent), Berlin (13,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13,0 Prozent).

Insgesamt betrug die Arbeitslosenquote in Westdeutschland 6,8 Prozent und in Ostdeutschland 12,7 Prozent.

Für 2011 hält die Behörde an ihrer Prognose fest, wonach im Durchschnitt drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sein dürften. Dabei sei aber im Februar jahreszeitlich üblich noch einmal ein Anstieg um 50.000 bis 70.000 zu erwarten, sagte Weise.

Brigitte Caspary/dapd