Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August erwartungsgemäß weiter gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Demnach waren offiziell 3,472 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet - 9.000 mehr als im Juli.

Zahl der Arbeitslosen im August weiter gestiegen
Vom aktuellen Anstieg seien vor allem jüngere Menschen unter 25 betroffen wegen des Endes von Schule oder Ausbildung. Nach der Statistik habe es Entlassungen vor allem im verarbeitenden Gewerbe, speziell dem Transport- und Logistikbereich sowie der Autoindustrie gegeben.
Die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland zeigte dabei große Unterschiede. Während sich die Zahl der Arbeitslosen in den alten Bundesländern im August gegenüber dem Vormonat um 21.000 auf 2,4 Millionen erhöhte, nahm sie im Osten um 12.000 auf 1,1 Millionen ab. Hierbei müsse allerdings berücksichtigt werden, dass die Schulferien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen eher endeten als sonst und damit die übliche Herbstbelebung hier früher eintrat.
Stabilisierend wirkte den Angaben zufolge vor allem die Kurzarbeit. Die aktuelle Zahl der Kurzarbeiter schätzt die Behörde nach Angaben von Vorstandsmitglied Raimund Becker bundesweit auf knapp über 1,4 Millionen. Es gibt jedoch nach Angaben Weises Anzeichen, dass Firmen Mitarbeiter entließen und im Herbst folglich die Arbeitslosenzahl weiter steige. Bei großen Unternehmen sei dies schon "recht transparent", bei kleinen nicht berechenbar. Über den Umfang der Entlassungen könne er noch keine Angaben machen. "Es wird aber unter dem liegen, was wir alle zu Beginn des Jahres einmal befürchtet hatten", sagte Weise. Im Jahresschnitt werde man etwas unter den von der Bundesregierung prognostizierten 3,7 Millionen Arbeitslosen bleiben.
Weise zeigte sich erneut optimistisch, dass in diesem Jahr nicht mehr die Vier-Millionen-Grenze überschritten wird, sondern die Zahl der Arbeitslosen "ein ganzes Stück" darunter bleibt. 2010 werde diese Marke zwar übertroffen, aber nach dem jetzigen Stand unter fünf Millionen bleiben. Dies Entwicklung werde dazu führen, dass die BA 2009 ein Defizit zwischen 17 Milliarden und 20 Milliarden Euro verzeichnen werde. Die Politik sei nun gefordert, Wege aufzuzeigen, wie dieses Minus ausgeglichen werden kann.
Weise äußerte sich kritisch zu Gerüchten, die Arbeitgeberverbände hätten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vereinbart, mit Entlassungen bis nach der Bundestagswahl Ende September zu warten. "Es gebe keine Motivation eines Unternehmensführers, wenn an einer Stanze zehn Leute keine Arbeit haben, der Frau Merkel zuliebe diese Löcher in die Luft stanzen zu lassen", sagte der BA-Chef.
ddp