"Im Moment ist es sehr unwirklich", sagte eine sichtlich gerührte Yvonne Simon nach ihrer Auszeichnung zur UFH-Frau des Jahres. Die Unternehmerfrau aus Hessen wurde anlässlich des Bundeskongresses der Unternehmerfrauen im Handwerk geehrt.
Daniela Lorenz

Die 35-Jährige leitet als Geschäftsführerin gemeinsam mit ihrem Mann Christian die Firma SimonMetall in Tann (Rhön). Den Metallbaubetrieb übernahm das Ehepaar von Christian Simons Eltern Ursula und Bernhard. Für diese beispielhafte und erfolgreiche Betriebsnachfolge bekam die Diplom-Wirtschaftsingenieurin (FH) jetzt den Titel "Unsere UFH-Frau des Jahres" des Bundesverbandes Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) .
"Meine Familie hat großen Anteil daran. Das ist die Stärke in unserem Unternehmen, dass vier Simons da sind. Ich alleine könnte das gar nicht leisten", bedankte sich die Mutter zweier Töchter bei ihrer Familie. Es sei zwar nicht immer einfach, in einem engen Konstrukt von Familie und Betrieb zurecht zu kommen, doch man könne über alles sprechen und sie sei ihren Schwiegereltern dankbar, dass sie Stück für Stück loslassen können.
Erfolgreiche Nachfolge
" Yvonne Simon hat die Jury begeistert", sagte Heidi Kluth, Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen, "gerade, wenn Familien so zusammenarbeiten und diesen Weg gehen: Das ist einzigartig." Nicht nur bei der Wahl der UFH-Frau, sondern auch beim Bundeskongress lag der Fokus in diesem Jahr auf dem Thema Nachfolge . " Unternehmerfrauen haben in den Betrieben eine entscheidende Rolle in diesem Prozess", sagte Heidi Kluth. Wie eine erfolgreiche Nachfolge in einem Betrieb durchgeführt werden kann, zeige genau das Beispiel der Familie Simon.
Vor der Auszeichnung von Yvonne Simon hatte der Präsident der Handwerkskammer Lübeck, Günther Stapelfeldt, die Unternehmerfrauen in der Hansestadt Lübeck willkommen geheißen. In seiner Rede vor den Kongressteilnehmerinnen sagte er, Unternehmerfrauen seien "häufig genug der Motor des Betriebes."
Mehr Frauen in Handwerksorganisationen
Iris Gleicke, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte, hob hervor, dass es immer noch zu wenig Frauen in Top-Positionen gebe. In keiner anderen Wirtschaftsnation gebe es so wenig Frauen in Führungspositionen wie in Deutschland. Sogar die Arabischen Emirate hätten Deutschland in diesem Punkt überholt. "Als Thüringerin darf ich sagen: In der DDR waren wir Frauen in punkto Gleichberechtigung deutlich weiter."
Frauen konzentrierten sich immer noch auf frauentypische Berufe , die schlechter bezahlt seien und schlechtere Aufstiegschancen böten. "Im Handwerk sind Frauen immer noch unterrepräsentiert", sagte Gleicke und lobte die Arbeit des Bundesverbandes: "Wenn es die Unternehmerfrauen im Handwerk nicht gäbe, müsste man sie jetzt gründen." Heidi Kluth, Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen, merkte an, dass Frauen auch in den Organisationen des Handwerks noch zu wenig vertreten sind. "Es wird keine Gleichstellung von Frauen und Männern geben, wenn es uns nicht gelingt, die Verantwortung für die Familie auf zwei Schultern gleich zu verteilen."
Der nächste Bundeskongress der Unternehmerfrauen findet 2015 in Erfurt statt.