Der Bundespräsident würdigt die Menschenrechtsorganisation anlässlich ihres 50. Gründungstages Wulff reicht Amnesty die Hand

Bundespräsident Christian Wulff hat Amnesty International einen gemeinsamen Kampf für die weltweite Einhaltung der Menschenrechte angeboten. "Staatliche Stellen und Nichtregierungsorganisationen werden oft unterschiedliche Wege gehen und auch gehen müssen, ", sagte Wulff bei einer Festveranstaltung anlässlich des 50. Gründungstages von Amnesty International in Berlin.

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Wulff reicht Amnesty die Hand

Berlin (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat Amnesty International einen gemeinsamen Kampf für die weltweite Einhaltung der Menschenrechte angeboten. "Staatliche Stellen und Nichtregierungsorganisationen werden oft unterschiedliche Wege gehen und auch gehen müssen. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam und in enger Abstimmung vorgehen", sagte Wulff bei einer Festveranstaltung anlässlich des 50. Gründungstages von Amnesty International in Berlin.

"Denn unser Ziel ist dasselbe: Dass die Sache der Menschenrechte vorankommt und sich sowohl das Schicksal Einzelner als auch die Situation von Staaten zum Besseren wendet", fügte der Bundespräsident hinzu. Wulff stellte klar: "Wenn dabei die stille Diplomatie keine Früchte trägt, müssen wir daraus Konsequenzen ziehen."

Das Amt des Bundespräsidenten gebe ihm täglich die Möglichkeit zu politischen Gesprächen, in denen er Menschenrechtsfragen anspreche. "Ich sehe mein Amt als Verpflichtung, weltweit für unsere Werte einzustehen und Überzeugungsarbeit zu leisten", versicherte das Staatsoberhaupt laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

Deutschland habe ein effektives System des Rechtsschutzes. Doch auch freiheitliche Demokratien seien nicht immun gegen Menschenrechtsverletzungen. "Um glaubwürdig für Menschenrechte in aller Welt eintreten zu können, müssen wir unseren Verpflichtungen zu Hause in ganz besonderem Maße nachkommen. Dazu gehört auch, jene Menschen fair zu behandeln, die sich als Flüchtlinge unter Gefahr auf den Weg nach Europa machen", forderte Wulff.

Die Menschenrechte stellten "gleichsam das unverzichtbare Betriebssystem des Rechners dar, mit dem Deutschland die internationale Ordnung für das 21. Jahrhundert mitgestalten kann", sagte der Bundespräsident. "Engagierte Menschenrechtsverteidiger helfen uns, dieses Betriebssystem immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen." Amnesty International müsse daher ein "unbequemer Mahner" bleiben.

dapd