"Es geht nicht darum, in der Mehrheit zu sein, es geht darum, überzeugt zu sein" Wulff macht ostdeutschen Christen Mut

Bundespräsident Christian Wulff hat auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden der christlichen Minderheit in Ostdeutschland Mut gemacht. "Es geht nicht darum, in der Mehrheit zu sein, es geht darum, überzeugt zu sein. Es geht darum, einen festen Kurs zu haben, eine innere Orientierung", sagte Wulf am Mittwoch zur Eröffnung des Glaubensfestes laut Redemanuskript.

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Wulff macht ostdeutschen Christen Mut

Dresden (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden der christlichen Minderheit in Ostdeutschland Mut gemacht. "Es geht nicht darum, in der Mehrheit zu sein, es geht darum, überzeugt zu sein. Es geht darum, einen festen Kurs zu haben, eine innere Orientierung", sagte Wulf am Mittwoch zur Eröffnung des Glaubensfestes laut Redemanuskript.

Die Christen seien schon unter der SED-Herrschaft in der Minderheit gewesen, "Christen sind auch heute in der Minderheit, hier in Dresden, in Sachsen, in allen östlichen Bundesländern, im ganzen Kernland des deutschen Protestantismus. Das macht manchen Kummer. Katholischen und evangelischen Christen gleichermaßen", sagte Wulff.

Der Blick zurück aber zeige, dass es darum gehe, "sich gegenseitig zu unterstützen, sich gegenseitig zu helfen und Mut zuzusprechen. Das gilt auch heute und das kann auch heute gelingen und neue Kräfte freisetzen, Kräfte zur Veränderung und zur Verbesserung von Kirche und Gesellschaft", betonte der Bundespräsident.

Wulff forderte zudem, Deutschland müsse zum "Pionierland der Ökumene" werden. "Auch die Kirchen brauchen sich gegenseitig", sagte das Staatsoberhaupt und fügte hinzu: "Viele Menschen in beiden Kirchen wünschen sich, genau wie ich, mehr ökumenische Zusammenarbeit, mehr Mut, aufeinander zuzugehen, mehr gemeinsames Handeln und Beten."

Christen hätten im Übrigen keine Angst davor, "dass andere in unserem Land keinen oder einen anderen Glauben haben, dass andere auf ihre Weise fromm und gottesfürchtig oder atheistisch leben wollen", stellte der Bundespräsident klar. Der christliche Glaube habe "den Mut, andere religiöse Glaubensüberzeugungen zu respektieren".

Was für die Glaubensfreiheit in Deutschland gelte, sollte aber überall gelten. Mit Blick auf die koptischen Christen in Ägypten erinnerte Wulff daran, "dass in vielen Ländern unsere christlichen Glaubensschwestern und -brüder bedroht, drangsaliert und verfolgt werden".

dapd