Bundespräsident Christian Wulff hat sich besorgt über die brutale Drogenkriminalität in Mexiko geäußert. "Es gebe Berichte über grausame Verbrechen der Drogenmafia, die beunruhigen", sagte Wulff bei einem Staatsbankett seines Amtskollegen Felipe Calderon in Mexiko-Stadt.
Wulff besorgt über Drogenkriminalität in Mexiko
Mexiko-Stadt (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat sich besorgt über die brutale Drogenkriminalität in Mexiko geäußert. "Es gebe Berichte über grausame Verbrechen der Drogenmafia, die beunruhigen", sagte Wulff bei einem Staatsbankett seines Amtskollegen Felipe Calderon in Mexiko-Stadt.
Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität, die in Mexiko jährlich Tausende von Todesopfern fordert, müsse "mit aller Entschiedenheit" und international geführt werden. Auch die Nachfrage nach Drogen sei global. Daher verhandle Deutschland mit dem mittelamerikanischen Land über ein Abkommen zur verstärkten Zusammenarbeit im Sicherheitssektor.
Alejandro Poire, oberster Sicherheitsberater Calderons, zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit dapd optimistisch. Dank umfassender Reformen der Regierung im Justiz- und Polizeiapparat werde es gelingen, Jahrzehnte alte Strukturen der organisierten Kriminalität aufzubrechen. Mexiko habe die "besten Voraussetzungen" den Kampf gegen den Drogenhandel zu gewinnen.
Die mexikanischen Drogenkartelle erzielten allein im Jahr 2010 in den USA offiziellen Schätzungen zufolge Erlöse von 25 bis 39 Milliarden US-Dollar. Das ist zwei- bis dreimal so viel wie die Einnahmen Mexikos aus dem Tourismus von zwölf Milliarden US-Dollar.
Bundespräsident Wulff hielt bei seinem Staatsbesuch zudem eine Rede vor rund 500 Studenten der Autonomen Nationaluniversität von Mexiko. Dabei forderte er die jungen Leute auf, Bildungsangebote in Deutschland zu nutzen.
"Unsere Universitäten stehen Ihnen offen, das wissen Sie", sagte Wulff. Aus keinem anderen lateinamerikanischen Land kämen mehr Studenten in die Bundesrepublik. Zuletzt hätten jährlich über 800 Stipendien vergeben werden können. "Jeder Euro, der dort investiert wird, hat ein Vielfaches an Rendite", betonte der Bundespräsident.
Wulffs Staatsbesuch ging am Dienstag mit einem Besuch in der mexikanischen Provinzstadt Guanajuato zu Ende. Dort nahm der Bundespräsident, der von seiner Gattin Bettina und einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird, ein Werk des deutschen Schaeffler-Konzerns in Augenschein und sprach mit Auszubildenden. Derzeit sind 1.200 deutsche Unternehmen in Mexiko tätig. Sie haben insgesamt rund 130.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Anschließend wollte Wulff zu einem Staatsbesuch nach Costa Rica weiterreisen. Während seiner einwöchigen Lateinamerikareise wird er auch Brasilien besuchen. Alle drei Länder seien "gute Freunde Deutschlands", betonte der Bundespräsident.
dapd
