Unternehmensgründung Woran junge Unternehmen scheitern

Zwischen 30 und 40 Prozent aller neu gegründeter Unternehmen scheitern in den ersten fünf Jahren. Neun Fehler, die junge Unternehmer unbedingt vermeiden sollten.

Wichtig ist vor allem, das Kosten/Umsatz-Verhältnis im Blick zu behalten. - © Foto: goodluz/Fotolia

Wer die erste kritische Zeit überstanden hat, bleibt sehr wahrscheinlich länger im Rennen. Doch um sich als junges Unternehmen auf dem Markt zu behaupten, gibt es einiges zu beachten.

Neun Fehler, die junge Unternehmer unbedingt vermeiden sollten:

1. Der Finanzbedarf wird falsch eingeschätzt:

Oftmals wird die Bedeutung von Zahlungsfähigkeit im Unternehmen nicht gesehen. Die Mittelbeschaffung sollte gut vorbereitet werden. Wichtig ist vor allem, das Kosten/Umsatz-Verhältnis im Blick zu behalten: Wenn dieses Verhältnis stimmt, reduzieren sich die Schwierigkeiten im Hinblick auf Finanzierung und es muss weniger auf externe Gelder zurückgegriffen werden.

2. Sie haben es nicht geschafft, Kapitalgeber von der Geschäftsidee zu überzeugen:

Finanzierungsschwierigkeiten treten auf, wenn externe Kapitalgeber nicht vom Geschäftskonzeptes überzeugt sind oder dem Gründer die Umsetzung der Geschäftsidee nicht zugetraut wird. Es lohnt sich deshalb, die eigene Geschäftsidee oder das Auftreten in den Verhandlungen auf Schwachstellen zu überprüfen.

3 .Zu wenig Arbeitserfahrung:

Berufserfahrung in der Branche wirken sich positiv auf den Erfolg des Unternehmens aus: Die Fluktuationsrate des Personals sinkt und es gibt weniger Personalkosten. Das Personalmanagement muss von Anfang an professionell aufgestellt werden. Anderenfalls laufen junge Unternehmen Gefahr, möglicherweise schwer zu ersetzende Mitarbeiter zu verlieren. Hohe Fluktuationskosten können geschäftliche Probleme weiter verschärfen und zum Marktaustritt führen.

4. Riskante Wachstumsstrategie:

Junge Unternehmen, die eine riskante Wachstumsstrategie verfolgen, können an einem zu schnellem Wachstum scheitern. Moderates Wachstum in den ersten Lebensjahren eines Unternehmens ist dem Bestehen am Markt dienlicher.

5. Zu wenig Weiterentwicklung:

Innovationen lohnen sich, denn sie können Marktnischen schaffen und so eine eigene Spur im Marktgeschehen kreieren.

6. Falsche Vorstellungen über das Produkt

7. Marketing und Vertrieb werden unterschätzt:

"Es genügt nicht, dass es eine gute Idee gibt. Man muss seine Kunden auch davon überzeugen", sagt Martin Prager, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein.

8. Zu hohe Erwartungen an das Einkommen

9. Stress und Arbeitsbelastung werden unterschätzt


Viele Gründer verlassen den Markt, bevor sie in eine prekäre Situation kommen oder Schulden anhäufen. Doch wenn es zu einem Insolvenzverfahren kommt, wird geprüft, ob sich eine Rettung lohnt. Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto größer ist die Abhängigkeit von einer Person und desto höher das Schließungsrisiko. Wer den Insolvenzantrag nicht oder zu spät stellt, macht sich finanziell haft- und strafbar. Außerdem dürfen die Unternehmer fünf Jahre nicht mehr Geschäftsführer sein, sagt Sascha Kuhn, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Simmons & Simmons in Düsseldorf.

Günder im Handwerk können sich hier informieren. meh/dpa