Bis zu elf Benefits pro Anzeige Womit Arbeitgeber in Stellenanzeigen locken

Ob Homeoffice, Sonderzahlungen oder Aufstiegschancen – Unternehmen rüsten bei Zusatzleistungen massiv auf, um begehrte Fachkräfte zu gewinnen. Eine Analyse von 34 Millionen Stellenanzeigen zeigt: Die Zahl der Benefits hat sich seit 2019 fast verdreifacht – je höher die Qualifikation, desto größer das Angebot.

Grafik von Mann der grüne Flaggen einsammelt auf dem Weg zum Job
Gute Argumente für den Job in der Stellenanzeige: Arbeitgeber setzen gezielt auf attraktive Benefits, um bei Bewerbern zu punkten – besonders bei Fach- und Führungskräften. - © Nuthawut - stock.adobe.com

Sportangebote oder Essenszuschuss – um in Zeiten des Fachkräftemangels neue Beschäftigte zu gewinnen, lassen sich Arbeitgeber einige Extras einfallen. Das zeige die Auswertung von rund 34 Millionen Online-Stellenanzeigen im Zeitraum von Anfang 2019 bis Ende 2024, berichtet die Bertelsmann Stiftung.

Wen sollen die Benefits in Stellenanzeigen locken? 

Die Zahl der ausgeschriebenen Benefits in den Stellenanzeigen hat sich von durchschnittlich 3,6 pro Anzeige im Jahr 2019 auf aktuell 9,6 Zusatzleistungen (2024) pro Stellenangebot beinahe verdreifacht. Je nach Qualifikation der gesuchten Neuzugänge variiert dabei die Zahl der Extras laut Analyse. 

Besonders gut ausgebildete Menschen mit abgeschlossenem Hochschulstudium werden mit im Schnitt elf Benefits pro Stellenanzeige umworben. Fachkräften werden durchschnittlich zehn Benefits versprochen. Bei Stellen auf dem Niveau von Helferinnen und Helfern, also Personen ohne Berufsabschluss, sind es nach Angaben der Stiftung derzeit acht Benefits in der Jobbeschreibung. 

"Harte" Faktoren kommen vor "weichen" Extras

Hoch im Kurs stehen in den Stellenanzeigen bei den angepriesenen Zusatzleistungen "harte" Faktoren wie Sonderzahlungen, betriebliche Altersvorsorge oder Mitarbeiterrabatte: Solche entgeltähnliche Leistungen würden in gut zwei Dritteln der Stellenanzeigen angeboten – und sie rangierten damit aktuell ganz oben. Häufig werde auch mit Entwicklungsperspektiven gelockt – etwa mit guten Aufstiegsmöglichkeiten oder einem sicheren Arbeitsplatz, was in 37 Prozent der Stellenanzeigen offeriert werde. 

Und: "Gleitzeit, Homeoffice oder Vertrauensarbeitszeit gehören immer häufiger zum Standardrepertoire der Arbeitgeber", zeigt die Auswertung. Fast jede zweite Stellenanzeige werbe zudem mit Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, hier deutlich häufiger bei gesuchter höherer Qualifikation. Nicht mehr so oft würden Gesundheitsangebote und Familienfreundlichkeit in Aussicht gestellt – und wenn, dann vor allem für gesuchtes Personal aus der Spitzengruppe.

Es zeige sich zudem: "Weiche" Extras wie "gutes Arbeitsklima" oder "Duz-Kultur" sind in den vergangenen Jahren deutlich in den Hintergrund gedrängt worden. Der Kampf um Arbeitskräfte werde intensiv geführt und Unternehmen versuchten sich dabei in ihrer Attraktivität von ihren Mitbewerbern abzusetzen, erläutert Roman Wink, Arbeitsmarktexperte der Stiftung.dpa