Emporis Skyscraper Award Wolkenkratzer des Jahres

Größe allein reicht nicht, um bei der Wahl zum renommierten "Emporis Skyscraper Award" eine Chance zu haben. Das One World Trade Center schaffte es nicht aufs Treppchen.

Steffen Guthardt

"Organische Formen": Der Wolkenkratzer des Jahres ist das Wangjing SOHO in Peking. - © Foto: chinafotopress/picture alliance/dpa

Neben einer außergewöhnliche Architektur fließen auch Faktoren wie Umweltfreundlichkeit und technische Austtattung in das Urteil der Jury des Emporis Skyscraper Awards ein. Über 300 Bewerbungen wurden diesesmal gesichtet, von denen zehn Objekte gekürt wurden.

One World Trade Center nur vierter

Zu den Nominierten zählte diesesmal auch das One World Trade Center in New York, das zwischen 2006 und 2014 auf der als " Ground Zero" bekannten Stelle des am 11. September 2001 bei Terroranschlägen zerstörten alten World Trade Centers errichtet wurde .

Doch das mit 541,3 Meter höchste Gebäude der USA schaffte es nur auf den undankbaren vierten Platz im Wettbewerb. Immerhin ist die Stadt New York gleich mit zwei Wolkenkratzern unter den ersten zehn vertreten. Auf Platz 8 landete das One57, dass es auf eine Höhe von 306 Metern bringt.

Zweimal Europa auf dem Treppchen

Auf das Treppchen schafft es indes ein Wolkenkratzer in Europa. Der Tour D2 in der "Bürostadt" La Défense bei Paris ist zwar nur 171 Meter hoch, überzeugte die Jury aber mit seinem Gesamtkonzept.

Das besondere Etwas verleiht ein externes Stahltragwerk, dass den ovalen Turm komplett umspannt. Zudem befindet sich auf dem Dach des Tour D2 ein 500 m² großer Garten, von dem sich ein Auslick über die anderen Wolkenkratzer des Viertels bietet.

Auch Platz zwei geht nach Europa: der Bosco Verticale („vertikaler Wald“) in Mailand zeigt, wie sich Natur und Architektur in einem Objekt vereinen lassen. Der Komplex besteht aus zwei Hochäusern mit einer Höhe von 119 und 87 Metern. An den Fassaden der Türme wurden über 700 Bäume und 90 Gewächsarten angepflanzt, die insgesamt der Fläche eines Hektars entsprechen. Die Jury lobte besonders das nachhaltige und umweltorientierte Konzept der Architekten und Baubeteiligten.

Wolkenkratzer des Jahres in Peking

Der Wolkenkratzer des Jahres steht allerdings im "Reich der Mitte". Wangjing SOHO ist ein Ensemble aus mehreren Gebäuden, dass sich in der chinesischen Hauptstadt Peking befindet. Zum ersten Mal geht der Preis nach China .

Die drei Türme sind 200, 127 und 187 Meter hoch und setzen auf fließende, abgerundete Formen. Aus Sicht der Jury verleiht das Design eine organisch wirkende Optik. Den Ausschlag zum Sieg gab zudem das herausragende Energieeffizienz-Konzept.

Deutschland nicht vertreten

Die ersten zehn werden von Wolkenkratzern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Großbritannien, Australien und Malaysia kompletiert. Ein deutsches Hochhaus findet sich nicht im Ranking.

"Die Ergebnisse der letzten Jahren zeigen deutlich, dass Kriterien wie Nachhaltigkeit, Effizienz und ein kluges Design eine wesentlich wich­tigere Rolle spielen als die Errichtung immer neuer Superlative", sagt Daniel Schuldt, Ge­schäftsführer von Emporis.

Mehr Informationen und Bilder von den Wolkenkratzer unter emporis.de/awards .