Linke will im Sommer mit Basis-Wahlkampf um Stimmen werben Wolf: Rot-Rot bleibt eine Option in Berlin

Der Linke-Spitzenkandidat und Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf hält eine Fortsetzung der seit 2002 bestehenden rot-roten Koalition nach der Abgeordnetenhauswahl am 18. September für möglich. Rot-Rot bleibe trotz des Umfragetiefs seiner eigenen Partei eine Option, sagte Wolf am Mittwoch. Die Linke liegt derzeit mit Werten um zwölf Prozent deutlich hinter SPD, Grünen und CDU.

Wolf: Rot-Rot bleibt eine Option in Berlin

Berlin (dapd). Der Linke-Spitzenkandidat und Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf hält eine Fortsetzung der seit 2002 bestehenden rot-roten Koalition nach der Abgeordnetenhauswahl am 18. September für möglich. Rot-Rot bleibe trotz des Umfragetiefs seiner eigenen Partei eine Option, sagte Wolf am Mittwoch. Die Linke liegt derzeit mit Werten um zwölf Prozent deutlich hinter SPD, Grünen und CDU.

Während ein Bündnis der Grünen und der CDU laut aktueller Umfragen auf 46 Prozent komme, liege Rot-Rot bei 45 Prozent, sagte Wolf. Es sei eine "lösbare Aufgabe, am Ende die Nase vorn zu haben". Ein Sieg der Grünen ist aus Sicht Wolfs nahezu ausgeschlossen. Ihr "Hype", der vor allem auf die Atomkatastrophe von Fukushima zurückgehe, werde sich abschwächen. Es gebe "keinen positiven Künast-Faktor", sagte er mit Blick auf die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast.

Eine Koalition von SPD und Grünen hält der Senator für "unwahrscheinlich", weil die Grünen nicht Juniorpartner unter der SPD werden wollten. Zudem würden beide Parteien ein Zusammengehen mit der CDU erwägen.

Die Linke sei die einzige Partei, die eine Koalition mit Union und FDP ablehne, sagte Wolf. Das werde sie im Wahlkampf auch deutlich machen. "Wer Rot will, muss richtig Rot wählen", betonte der Politiker. Die Linke werde in der Sommerpause verstärkt einen Basis-Wahlkampf machen. Zum Ferienende wollten er und andere Spitzenpolitiker durch die Bezirke touren, um für die Partei zu werben.

Sollte es für Rot-Rot nicht reichen, dann werde er sich nicht aus der Politik zurückziehen, sondern wieder auf die Oppositionsbank setzen, sagte Wolf. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte ausgeschlossen, weiter Politik auf Landesebene zu machen, wenn seine Partei nur Juniorpartner wäre. Bundestagsfraktionschefin Künast würde in diesem Fall auf der Bundesebene aktiv bleiben.

dapd