Die Nachfrage nach neuem Wohnraum ist groß – vor allem in den großen Städten Deutschlands. So werden immer mehr Wohnungen gebaut. Doch was gebaut wird, geht am Bedarf vorbei. Das bescheinigt das IW Köln.

Gebraucht werden vor allem 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, um den starken Zuzug aus dem In-und Ausland in die großen Städte Deutschlands abzudecken. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) nennt die derzeit so beliebten Großstädte wie Berlin, München, Hamburg und Köln „A-Städte“ und bescheinigt ihnen einen jährlichen Baubedarf an Wohnungen, der über 30.000 hinausgeht.
Gebaut wird auch fleißig, aber leider oft am Bedarf vorbei. So wurden bundesweit gesehen 97 Prozent der benötigten Wohnungen laut dem IW mit fünf und mehr Räumen gebaut. Der Wohnraummangel ist aber bei den Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern besonders groß. Betrachtet man alleine die A-Städte, bleibt die Quote immer noch bei 39 Prozent bei den sehr großen Wohnungen. Nur 26 bzw. 29 Prozent machen bei der Bautätigkeit die 2- und 3-Zimmer-Wohnungen aus.
Wohnungsmangel: Ausweichen auf Städte im Umland beginnt
Ein Mangel bescheinigt das IW auch der Bautätigkeit insgesamt. Der Bedarf an neuem Wohnraum liegt um einiges höher als das, was tatsächlich geschaffen wird. So wurden bundesweit zwischen den Jahren 2011 und 2015 nur rund 53 Prozent der benötigten Wohnungen gebaut. In den Großstädten lag die Quote der IW-Untersuchung zufolge oft nur bei 30 Prozent, in Berlin sogar nur bei 25 Prozent. Das hat Folgen: Durch den Wohnraummangel sind die Preise und Mieten stark gestiegen.
Stoppen kann den Trend nur eine gesteigerte Bautätigkeit. Bis zum Jahr 2020 müssen pro Jahr rund 385.000 Wohnungen im ganzen Bundesgebiet gebaut werden. In den A-Städten sind es rund 88.000.
So geben die Autoren der Studie auch Aussichten auf positive Entwicklungen bekannt – neben der zunehmenden Zahl der Aufträge für den Wohnungsbau: „Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Bautätigkeit in den A-Städten das erforderliche Niveau an Baufertigstellungen erreichen wird“, schreiben sie und weisen darauf hin, dass zunehmend Menschen in das Umland abwandern werden. Davon profitieren insbesondere größere Städte, die bislang nicht zu den Metropolen zählen. Das IW sieht neuen Chancen für Investoren und Projektentwickler sowie für die Städte selbst. dhz