Hohe Baupreise und Zinsen haben die Auftragslage am Bau schon seit Monaten im Griff. Im Frühjahr ist es nicht wirklich besser gelaufen. Auch im Wohnungsbau kriselt es weiter, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Die Auftragslage am Bau hat sich im Mai nicht aufgehellt. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Bestellungen unverändert, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein leichter Anstieg um 1,1 Prozent bei unveränderten Preisen. Für die ersten fünf Monate dieses Jahres meldet die Statistik einen realen Auftragszuwachs von 1,6 Prozent.
Auch die Auftragszahlen im Wohnungsbau entwickeln sich im Mai 2024 weiter enttäuschend. Die Order gingen gegenüber dem Mai 2023 um fünf Prozent zurück.
"Trendwende ist nicht in Sicht"
"Wir sind in einer Wiederholungsschleife gefangen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die Konsequenzen tragen die Mieterinnen und Mieter in Deutschland, die keine bezahlbare Wohnung mehr finden, und die vielen Hausbauer, deren Eigenheim Theorie bleibt", kommentierte Felix Pakleppa die Zahlen. "Vor allem steigende Bauzinsen und hochgestochene Energieanforderungen schüchtern die Bauwilligen mittlerweile am meisten ein", so der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) weiter.
Erneut ruft der Verband die Politik zum Handeln auf: "In der Branche wissen alle: Die Wohnungsbaukrise ist kein Naturgesetz. Die Politik hat alle Karten in der Hand, um sie sofort zu beenden", so Pakleppa. Für Bauwillige und Investoren könne sie durch weniger energetische Vorgaben, attraktivere Förderungen und eine höhere Zinsstütze das Bauen attraktiver machen. Vor allem die 2022 gestrichene EH 55-Förderung werde schmerzlich vermisst, berichteten die Bauunternehmen.
"Für die Baubranche selbst wären weniger Regulierungen der größte Segen. Über 20.000 Bauvorschriften herrschen mittlerweile in Deutschland", fügte Pakleppa noch hinzu. Die gesamte Baubranche habe deshalb große Erwartungen an den Gebäudetyp E. Das Bundesbauministerium hat hierfür kürzlich eine Leitlinie vorgelegt. Diese soll den Wohnungsbau wieder einfacher und kostengünstiger machen.
Umsatz im Bauhauptgewerbe
Beim Umsatz verloren die Baubetriebe im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,5 Prozent. Bei unveränderten Preisen hätte der Rückgang des realen Umsatzes sogar 4,5 Prozent betragen. Hier war allein der Hochbau betroffen, während der Tiefbau ein Umsatzplus von real 3,9 Prozent erzielte. dpa/ew