DHZ-Konjunkturspiegel im dritten Quartal Wohnungsbau wichtigste Stütze

Branchenspiegel: Der öffentliche Bau wird durch die Finanzlage der Kommunen gedämpft.

Wohnungsbau wichtigste Stütze

  • Baugewerbe: Nachdem das Bauhauptgewerbe im zweiten Quartal insbesondere von den witterungsbedingten Nachholeffekten profitierte, zeichnete sich in den Sommermonaten eine etwas ruhigere Gangart ab. Die Wohnungsbautätigkeit ist derzeit die wichtigste Stütze der Baukonjunktur. Attraktive Finanzierungskonditionen, steigende Realeinkommen und die günstige Arbeitsmarktentwicklung veranlassen die privaten Haushalte, wieder verstärkt in den Wohnungsbau zu investieren. Auch die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen waren gefragt und führten somit zu einer relativ hohen Auslastung der Ausbauhandwerker. Im Wirtschaftsbau hat sich die Lage ebenfalls gebessert. Angesichts der raschen Konjunkturerholung spielt in den Unternehmen das Erweiterungsmotiv bei Investitionsvorhaben inzwischen wieder eine größere Rolle. Der öffentliche Bau bekommt nach wie vor Impulse aus den staatlichen Konjunkturprogrammen. Andererseits dämpfte die angespannte Finanzlage der Gemeinden die öffentlichen Bauaktivitäten.
  • Handwerk für den gewerblichen Bedarf: Der Maschinenbau setzte nach dem dramatischen Einbruch im Krisenjahr 2009 seine Aufholjagd fort. So meldete die Branche in den letzten Monaten rund 50 Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum. Zwar stiegen die Auslandsorders noch überdurchschnittlich stark, aber das Inlandsgeschäft ist immer mehr am Aufschwung beteiligt. Bei den handwerklichen Zulieferern nahmen der Auslastungsgrad und die Beschäftigung weiter zu. Während die erste Kennziffer mit 78 Prozent die Vorjahresmarke (72 Prozent) bereits klar übertroffen hat, erreichte die Mitarbeiterzahl aber noch nicht das Vergleichsniveau von 2009. Für die Landmaschinenmechaniker gab es Hinweise auf eine allmähliche Erholung der Geschäftstätigkeit: Die Neuzulassungen von Traktoren lagen nach einem deutlichen Minus im ersten Halbjahr 2010 ab Juli wieder höher als vor Jahresfrist.
  • Kraftfahrzeuggewerbe: Das Neuwagengeschäft blieb auch im dritten Quartal deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Allerdings hat sich der Abwärtstrend zuletzt erheblich verlangsamt: Nachdem das Minus der Pkw-Neuzulassungen im Juli und August noch 31,8 bzw. 27,0 Prozent betrug, sank es im September auf 17,8 Prozent. Das eher verhaltene Interesse an neuen Autos hat den Preisdruck wieder erhöht. Die hohen Rabatte belasteten die Rendite, die von den Händlern nach wie vor als befriedigend angesehen wird. Der Gebrauchtwagenhandel ist in der Berichtsperiode in Fahrt gekommen. Die Zahl der Besitzumschreibungen nahm gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Prozent zu. Dies hat die Preise gebrauchter Autos weiter steigen lassen. Insbesondere junge Gebrauchtwagen sind teurer geworden, so die Deutsche Automobil Treuhand (DAT). Auch im Servicebereich waren klare Besserungstendenzen festzustellen: Die Werkstattauslastung kletterte binnen Jahresfrist um drei Prozentpunkte. Alles in allem äußersten sich knapp 80 Prozent der befragten Kraftfahrzeugunternehmen positiv zur aktuellen Geschäftslage.
  • Lebensmittelhandwerke: Bäcker und Metzger registrierten im dritten Quartal eine weitgehend saisonbedingte Absatzbelebung. Wie die Ergebnisse der Betriebsbefragung zeigten, war sie etwas stärker ausgeprägt als im Jahr zuvor. Offensichtlich haben die privaten Haushalte nach Überwindung der Wirtschaftskrise ihre Kaufzurückhaltung gelockert. Die Verkaufserlöse dürften aber das entsprechende Vorjahresniveau allenfalls geringfügig überschritten haben. Insgesamt schätzten rund 80 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent) der Firmeninhaber ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Die Brauereien mussten im Zeitraum Juli/August nach einem kurzen Zwischenhoch wieder leichte Absatzeinbußen hinnehmen. Auch der intensive Preiswettbewerb im Einzelhandel bereitete der Branche große Sorgen.
  • Gewerbe für privaten Bedarf: Das Gesundheitshandwerk erreichte in der ersten Jahreshälfte 2010 laut amtlicher Statistik ein Umsatzplus von zwei Prozent. Dieser positive Trend hielt im Berichtszeitraum vermutlich an. Dafür spricht zum einen die weitere Stimmungsaufhellung in den Betrieben. Zum anderen haben sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den privaten Konsum seit Jahresmitte verbessert. Die Augenoptiker verzeichneten dabei erneut den schwächsten Geschäftsverlauf. Der durchwachsene Sommer dämpfte das Kundeninteresse an Sonnenbrillen und drückte damit den Gesamtumsatz. Der Friseurmarkt war weiterhin von einer stagnierenden Entwicklung gekennzeichnet.

dhz