Nur 206.600 fertiggestellte Wohnungen 2025 – der niedrigste Stand seit 2012. Bei den Genehmigungen geht es seit 2025 wieder bergauf, doch von den jährlich benötigten 400.000 Wohnungen ist die Branche weit entfernt.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist im vergangenen Jahr auf 206.600 gesunken. Das ist ein Minus von 18 Prozent gegenüber 2023, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Neubaubilanz habe damit den niedrigsten Stand seit 2012 erreicht. Und damit nicht genug: "Die Durststrecke bei den Fertigstellungen ist noch nicht vorbei", warnte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) mit Blick auf die niedrigen Genehmigungszahlen der vergangenen Jahre. Von der Politik fordert die Branche wirksamere Gegenmaßnahmen.
Jetzt zeigt sich Genehmigungseinbruch der Vorjahre
Die bekannt gewordenen Fertigstellungszahlen sind nach den Worten Pakleppas die direkte Folge des Genehmigungseinbruchs, der 2022 begonnen und 2024 mit nur 215.300 genehmigten Wohnungen seinen Tiefpunkt erreicht hatte. "Was heute fertig wird, wurde vor zwei bis drei Jahren genehmigt", erklärte er. Mit Blick auf die Genehmigungszahlen von 2023 in Höhe von 260.100 und die genannten Genehmigungen von 2024 rechnet Pakleppa für 2026 bei den Fertigstellungen "mit einem Verharren auf niedrigem Niveau" bei 210.000 bis 220.000 Wohnungen.
ZDB: Genehmigungszahlen für 2025 erster Lichtblick
Als Lichtblick bewertet Pakleppa die Genehmigungszahlen für 2025. Sie seien im Vergleich zu 2024 um 10,6 Prozent auf 238.100 genehmigte Wohnungen gestiegen. Und auch für dieses Jahr sieht es bisher gut aus: Im März 2026 sind weitere 21.800 Genehmigungen erteilt worden – ein Plus von 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. "Der Trend zeigt in die richtige Richtung", sagte er. Man sei aber immer noch weit vom Bedarf entfernt. "Für den deutschen Wohnungsmarkt bräuchten wir rund 400.000 Genehmigungen jährlich."
Bauministerin verweist auf Krisenjahre
Für Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sind die "schlechten Zahlen von 2025 das Resultat der vergangenen Krisenjahre". Sie blicke aber nicht nach hinten, sondern nach vorne. "Die Baugenehmigungszahlen im Jahr 2025 sowie im ersten Quartal 2026 zeigen deutlich nach oben", betonte sie.
"Unsere Baupolitik, die auf Investitionen, Beschleunigung und die Reduzierung der Baukosten setzt, zeigt bereits Wirkung", sagte sie etwa mit Blick auf den Bau-Turbo. Auch würden "Rekordmittel" in den sozialen Wohnungsbau investiert.
Hubertz will Förderprogramm EH55-Plus verlängern
Wie Hubertz weiter sagte, wird in Kürze das Baugesetzbuch-Upgrade zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen vorgestellt. Außerdem will sie sich für eine Verlängerung des Förderprogramms EH55-Plus einsetzen. "Um aus genehmigten Bauvorhaben schnell fertige Häuser zu machen, will ich eine Verlängerung des Förderprogramms EH55-Plus auch über den 30. Juni 2026 hinaus." Wie eine Ministeriumssprecherin betonte, sind bisher – Stand 18. Mai – 27.800 Wohneinheiten gefördert worden. Damit verblieben noch rund 485 Millionen Euro im Fördertopf. Ursprünglich standen 800 Millionen Euro zur Verfügung.
Verbändebündnis: Politik muss nachlegen
Für das Verbändebündnis Wohnungsbau, einen Zusammenschluss aus sechs führenden Verbänden und Organisationen der Bau- und Wohnungswirtschaft, dem auch der ZDB angehört, ist die Verlängerung der EH-55-Förderung überfällig. Sie müsse vor allem verlässlich und bezüglich der Zinsen attraktiv ausgestattet werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Auch müsse die steuerliche Sonderabschreibung nach § 7 EStG auf das EH55 EE ausgerichtet werden und nicht weiter auf das völlig überteuerte EH 40 QNG. Zudem sollte der "Gebäudetyp E" zeitnah und nicht erst zum Jahresanfang 2027 umgesetzt werden. Auch brauche es eine einheitliche Baubeginn-Statistik. Nicht zuletzt ließe sich so die Wirksamkeit politischer Maßnahmen besser messen, heißt es vom ZDB.