Die Bauwirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr erreichte die Branche ein Umsatzplus von zehn Prozent, etwa 90 Milliarden Euro. Für 2012 erwartet sie – vor allem durch die starke Nachfrage am Wohnungsmarkt – weiteres Wachstum.

Nach der Schätzung des ZDB setzte die Baubranche im vergangenen Jahr 90,3 Milliarden Euro um, nach der Schätzung des Verbandes der Bauindustrie 89,9 Milliarden. Dementsprechend errechneten der ZDB 10,5 und der Bauindustrieverband 9,5 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr.
Dieses kräftige Umsatzzuwachs geht nach Angaben des Hauptverbands der Bauindustrie vor allem auf eine Renaissance des Wohnnungsbaus zurück. Unerwartet viele Deutsche hätten angesichts der Schuldenkrise und aus Angst vor einer weltweiten Rezession in Wohnimmobilien investiert. Zudem hätten "Kapitalanleger aus dem Süden Europas aus Furcht vor einer Spaltung des Euroraums die deutsche Wohnimmobilie als sicheren Hafen im Euro-Kernraum neu entdeckt", sagte der Präsident des Hauptverbands, Thomas Bauer.
Umsatzrendite verdoppelt
Im vergangenen Jahr wurden Bauer zufolge bundesweit 20 Prozent mehr Miet- und Eigentumswohnungen errichtet als 2010. In den vier Ballungszentren Berlin, Hamburg, Frankfurt und München seien in den ersten zehn Monaten des Jahres 70 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt worden als im Vorjahreszeitraum. Im Wohnungsbau sei der Umsatz 2011 um 14 Prozent gestiegen, im Wirtschaftsbau um elf Prozent, und auch im öffentlichen Bau sei der befürchtete Einbruch mit einem Zuwachs von vier Prozent mehr als ausgeblieben.
Die durchschnittliche Umsatzrendite in der Branche habe sich seit 2005 auf im Schnitt sechs Prozent im vergangenen Jahr verdoppelt, sagte Bauer weiter. Im gleichen Zeitraum habe sich die Eigenkapitalquote der Unternehmen von vier auf etwa zehn Prozent erhöht.
Verbandspräsident Bauer erwartete, dass sich die Umsätze beim Bau von Wohnungen auch dieses Jahr real noch einmal um etwa 4,5 Prozent erhöhen. Beim Bau von Gebäuden für die Wirtschaft prognostizierte er einen realen Zuwachs von 1,5 Prozent, im öffentlichen Bau allerdings ein reales Minus von rund vier Prozent. Per saldo werde man dieses Jahr einen leichten Umsatzzuwachs von real ein Prozent verbuchen können, sagte er.
Baugewerbe etwas optimistischer
In seiner Schätzung für 2011 setzte der ZDB die Umsatzzuwächse im Wohnungs- und Wirtschaftsbau etwas höher an als der Bauindustrieverband und die Umsätze bei öffentlichen Bauten etwas niedriger. Für 2012 erwartet der ZDB für die 735.000 Beschäftigte zählende Branche 1,6 Prozent Wachstum, der Hauptverband geht von einem Prozent aus. dapd