"Absturz ist fatal" Wohnungsbau auf 12-Jahres-Tief – und 2026 wird's schlimmer

206.600 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 – so wenig wie seit zwölf Jahren nicht. Für 2026 prognostiziert das Ifo-Institut im Bau-Monitor 2026 nur noch 185.000 Einheiten, während 1,35 Millionen Wohnungen in Deutschland fehlen

84.600 Wohnungen weniger als im Vorjahr, ein 12-Jahres-Tief bei den Fertigstellungen und ein weiterer Rückgang in Sicht. - © MATTHIAS BUEHNER - stock.adobe.com

In Deutschland werden trotz eines massiven Wohnungsmangels noch immer zu wenig Wohnungen gebaut. "Der Absturz beim Wohnungsbau ist fatal", sagte Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) bei der Vorstellung des Bau-Monitors 2026, den der Verband beim Pestel-Institut in Auftrag gegeben hat. Insgesamt fehlten in Deutschland 1,35 Millionen Wohnungen. Im vergangenen Jahr seien 84.600 Wohnungen weniger gebaut worden als ein Jahr zuvor. Dieses Jahr wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Von der Politik fordert sie mehr Tempo und eine kontinuierliche Förderpolitik.

Metzger: Gebäude-Typ-E muss endlich kommen

Insgesamt wurden 2025 mit insgesamt 206.600 fertiggestellten Wohnungen so wenig Wohnungen fertig gestellt wie seit 12 Jahren nicht mehr. Auch für 2026 wird den Prognosen des Ifo-Institutes zufolge nur mit 185.000 neuen Wohnungen gerechnet. Die zunehmende Zahl an Baugenehmigungen sei zu begrüßen, sagte Metzger. Nicht alle genehmigten Bauvorhaben würden jedoch umgesetzt. Die Bundesregierung müssen endlich dafür sorgen, dass der Gebäudetyp E umgesetzt werde. Dieser soll dafür sorgen, dass Bauvorhaben einfacher und preiswerter umgesetzt werden.

Studienleiter Günther: Ohne Wohnungsbau kein Wachstum

Der Studienleiter und Chef-Ökonom des Pestel-Institutes, Matthias Günther, betonte neben der sozialen auch die ökonomische Bedeutung des Wohnungsneubaus: "Ohne Wohnungsbau werden wir kein Wachstum in Deutschland bekommen", sagte er. Ein Rückgang der Bautätigkeit führe unmittelbar zu Wohlstandsverlusten, warnte er mit Blick Umsatz-und Steuerverlusten. Er verwies auch darauf, Deutschland angesichts des demographischen Wandels auf Zuwanderung angewiesen sei und auch dafür mehr Wohnungen gebraucht würden.