Alte Männer, alte Einrichtung: Aus amerikanischen Filmen kennt man die typischen Barbershops. Fotograf Rob Hammer tourte durch die USA und hat sie fotografiert. Daraus entstanden ist der Bildband "Barbershops of America".
Mirabell Schmidt

Das Aussehen, der Geruch und die Aura, die sie umgab, faszinierten Rob Hammer schon immer. Also zog er im Jahr 2011 los und fotografierte sie. Zuerst in Südkalifornien, dann in New York. Nein. Keine Frauen. Die Rede ist von traditionellen Friseurläden – den " Barbershops" in den USA.
Läden verschwinden schnell
Dabei traf Hammer auf viele Menschen, die interessante Geschichten zu erzählen hatten. Eine der eindrucksvollsten veranlassten ihn dazu, sein Projekt auf die gesamten Vereinigten Staaten auszudehnen.
In Spanish Harlem, einem Stadtteil von New York, lernte der Fotograf einen alten Italiener kennen, der rund 60 Jahre vorher in die USA eingewandert war. Seit 52 Jahren besaß er seinen Friseurladen. Nur eine Woche nach Hammers Besuch musste er jedoch aus den Räumen ausziehen, da der Vermieter ein chinesisches Schnellrestaurant daraus machen wollte.
Hammer war bestürzt. "Ich sah, dass der Laden sein Leben war", erzählt der Fotograf über den Inhaber. "Mir wurde bewusst, wie schnell diese authentischen Barbershops verschwinden." Hammer musste sie fotografieren.
Mehr als 72.000 Kilometer
Zweieinhalb Jahre war der Fotograf schließlich in allen 50 Bundesstaaten der USA unterwegs und legte dabei 72.400 Kilometer zurück. Er besuchte mehr als 600 dieser alten Barbershops. Nicht alle veranlassten ihn dazu, seine Kamera zu zücken. In einigen Läden aber, da fühlte er es – und knipste drauflos. Daraus entstanden ist das Buch "Barbershops of America" mit Fotografien von 70 Friseurläden und vielen einprägsamen Charakteren.
Bestellbar ist der Bildband unter www.barbershopsofamerica.com