In vielen Teilen Thüringens, Sachsens und Bayerns herrscht Land unter. Von der aktuellen Flutkatastrophe sind auch zahlreiche Handwerksbetriebe betroffen. Die Handwerkskammern rufen nun zu Hilfsaktionen auf und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Wer helfen will oder Fragen zu Versicherung oder zur Überbrückung des Betriebsstillstands hat, findet hier die nötigen Infos.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland ist die schlimmste seit vielen Jahren. Viele Regionen in Thüringen, Sachsen und Bayern sind stark betroffen. Viele Existenzen, sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich, stehen vor dem Ruin. Neben Überflutungen werden zum Beispiel aus Passau in Niederbayern und vielen ostdeutschen Städten Ausfälle der Stromversorgung gemeldet. Auch die Einrichtungen in Passau der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz sind davon betroffen.
Ostthüringen ruft zur Hilfsaktion auf
Schnelle Hilfe ist nun dringend nötig. "Wir brauchen jeden noch so kleinen Beitrag", bittet der Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen Klaus Nützel deshalb um Unterstützung für die betroffenen Bürger und Handwerksbetriebe. "Jeder Einzelne braucht nur einen ganz kleinen Teil zu leisten, denn die damit verbundenen Kosten sind wesentlich geringer als die der Vernichtung von Existenzen und Arbeitsplätzen."
Aus diesem Grund ruft die Handwerkskammer alle Mitgliedsbetriebe auf, sich an einer Hilfsaktion zu beteiligen. Handwerksbetriebe, die ihren vom Hochwasser betroffenen Berufskollegen und Privatpersonen helfen wollen, sollten sich schnellstmöglich unter der Rufnummer 0365/8225-110 mit Klaus Rüdiger in der Handwerkskammer in Gera in Verbindung setzen.
Das Hauptaugenmerk wird dabei vor allem auf personelle und materielle Unterstützung gelegt. "So können Betriebe beispielsweise Arbeitskräfte zur Verfügung stellen oder aber Maschinen und nicht benötigte Materialen aus ihrem Fundus abgeben oder leihweise überlassen."
Die Koordination und Vermittlung der entsprechenden Hilfsangebote wird die Handwerkskammer für Ostthüringen übernehmen. In einem Pool werden alle Angebote gesammelt und nach Abstimmung mit den betroffenen Kommunen und Betrieben an die entsprechenden Stellen vermittelt. "Jetzt ist die Chance für alle Handwerker, zu beweisen, dass das Handwerk, wenn es darauf ankommt, schnelle Hilfe zu leisten vermag", erläutert Klaus Nützel.
Aktivitäten der Handwerkskammer Halle
Im Zuge der akuten Hochwassersituation im Kammerbezirk hat die Handwerkskammer Halle (Saale) verschiedene Aktivitäten gestartet um den Betroffenen zu helfen. Aus dem Bildungszentrum Halle-Osendorf wurden dem lokalen Krisenstab 25 Betten zur Nutzung für Hochwasseropfer zur Verfügung gestellt. Den Handwerksbetrieben aus dem Kammerbezirk stehen umzäunte Parkplätze in den Bildungszentren Halle-Osendorf und Wittenberg zum Sichern von Fahrzeugen bereit.
Unter www.hwkhalle.de/de/beratung wird ein Merkblatt mit Schwerpunktfragen zum Thema veröffentlicht. Die Handwerkskammer Halle (Saale) weist ihre Mitgliedsbetriebe darauf hin, dass allen Hochwasserbetroffenen die lokalen Krisenstäbe bei der Gefahrenabwehr als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Auf Anforderung durch die Krisenstäbe müssen Handwerksbetriebe ihre Mitarbeiter zur Abwendung akuter Gefahrensituationen von der Arbeit freistellen.
Zu Fragen rund um die durch das Hochwasser verursachten Schäden und Folgeschäden nach dem Abklingen der akuten Situation in den betroffenen Handwerksbetrieben stehen die Betriebsberater der Handwerkskammer Halle an einer speziell eingerichteten Hotline unter Tel.: 0345/2999-220 (8 bis 17 Uhr) und unter E-Mail: beratung@hwkhalle.de zur Verfügung.
Krisenmanagement in Chemnitz
Die Handwerkskammer Chemnitz hat einen Krisenstab einberufen. Dabei wurden gleich mehrere Hilfsmaßnahmen beschlossen. So stehen auf dem Gelände der Kammer Mitarbeiter bereit, die Sandsäcke an vom Hochwasser Betroffene verteilen. Der Sand wird von der Kammer gestellt, während die Säcke mitgebracht werden müssen. Zudem können sich Mitgliedsbetriebe Industriestaubsauger und Hochdruckreiniger ausleihen. Die Geräten können auch direkt zu den Betrieben gebracht werden. In ihrem Internat hat die Handwerkskammer 50 Notunterkünfte für Evakuierungen eingerichtet. Die Berater der Handwerkskammer bieten neben den üblichen telefonischen Auskünften auch Besuche bei den Betrieben vor Ort an.
Beratung von Experten in München
Auch die Handwerkskammer für München und Oberbayern bietet betroffenen Betrieben Unterstützung, wenn es darum geht die rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen zu klären.
So helfen die Betriebsberater der Handwerkskammer ab sofort telefonisch und per Mail bei folgenden Fragen:
- Wie kann man den Betriebsstillstand überbrücken?
- Wie kann man Reparaturen und Instandhaltungen sowie Ersatzbeschaffungen finanzieren?
- Wie kommt man an öffentliche Förderdarlehen und Bürgschaften?
Koordiniert werden die Berater vor Ort in der Münchner Zentrale der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Sie sind zu erreichen unter Telefon 089 5119-231 oder per E-Mail betriebsberatung@hwk-muenchen.de.
Telefonhotline in Dresden
Betroffene Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Dresden können sich unter der Telefonnummer 0351 4640-931 bei den Handwerkskammer Dresden melden. Über die Hotline werden den geschädigten Betrieben die zuständigen Betriebsberater und andere Ansprechpartner vermittelt, um die Situation zu erfassen und bei weiteren Schritten zu helfen, z.B. bei der Abwicklung der Schadensregulierung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit betriebswirtschaftliche und rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Handerkskammer Karlsruhe informiert und berät
Auch in der Region Karlsruhe gibt es betroffene Betriebe. Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Karlsruhe können sich an die Mitarbeiter des ServiceZentrums unter 0721-1600-333 oder per E-Mail servicezentrum@hwk-karlsruhe.de wenden. Dort werden sie direkt über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Die Betriebsberater der Handwerkskammer stehen sowohl für betriebswirtschaftliche, juristische und technische Fragestellungen zur Seite. Weitere Informationen gibt es unter hwk-karlsruhe.de .
Beraterteam hilft in Niederbayern und der Oberpfalz
Auch in der Region Niederbayern-Oberpfalz steigen die Pegel weiter, besonders Passau ist betroffen. Die Handwerkskammer bietet deshalb ein umfassendes Beratungsangebot für betroffene Betriebe:
Die Berater für die hochwasserbetroffenen Betriebe sind:
Regensburg, Kelheim
Horst Zaglauer
Telefon 0941 7965-129
Fax 0941 7965-281129
E-Mail horst.zaglauer@hwkno.de
Susanne Stiegler
Telefon 0941 7965-259
Fax 0941 7965-281259
E-Mail susanne.stiegler@hwkno.de
Passau, Deggendorf
Klaus Jocham
Telefon 0851 5301-128
Fax 0851 5301-189
E-Mail klaus.jocham@hwkno.de
Franz Knödlseder
Telefon 0851 5301-176
Fax 0851 5301-281176
E-Mail franz.knoedlseder@hwkno.de
Straubing
Rupert Spielbauer
Telefon 09421 975-135
Fax 09421 975-286135
E-Mail rubert.spielauer@hwkno.de
Cham
Josef Roider
Telefon 09971 840-20
Fax 09971 840-28320
E-Mail josef.roider@hwkno.de
Weitere Kontaktstellen und Infoangebote für Handwerksbetriebe werden hier veröffentlicht, sobald sie eingerichtet sind.