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Fußball-WM am Arbeitsplatz WM verursacht wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe

Mehr als eine Stunde will sich ein Fünftel der Arbeitnehmer in den kommenden Wochen mit der Fußball-WM beschäftigen – während der Arbeitszeit. Der Schaden für die Wirtschaft geht in die Milliarden. Warum viele Arbeitgeber das WM-Fieber dennoch dulden und teil sogar fördern.

Viele Arbeitnehmer möchten bei der Weltmeisterschaft live mitfiebern, wenn es sein muss auch während der Arbeitszeit. 20 Prozent gönnen sich hierfür sogar über eine Stunde WM-Zeit am Arbeitsplatz. Das sind etwa sieben Prozent mehr als bei der WM vor vier Jahren.

Aber auch in die andere Richtung hat sich der Wert erhöht: Waren es 2014 noch 16 Prozent, die sich keine einzige Minute der WM widmen wollten, sind es dieses Jahr immerhin 25 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie der Universität Hohenheim.

Im Durchschnitt planen Arbeitnehmer 16 Minuten WM-Zeit ein, in der sie den Spielstand überprüfen, sich mit Kollegen austauschen und Spiele im Radio oder im Fernsehen verfolgen wollen. Was nach wenig Zeit klingt, macht in der Summe einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 2,62 Milliarden Euro aus, der durch die verlorene Arbeitszeit entsteht.

Höhere Akzeptanz bei Arbeitgebern

Aber nicht nur bei Arbeitnehmern ist das WM-Fieber ausgebrochen. Auch auf Seiten der Arbeitgeber ist die Akzeptanz gestiegen. Zwei Drittel der Arbeitgeber tolerieren einen Blick auf die Spielergebnisse. 2014 waren es noch sechs Prozent weniger. Eine Radioübertragung am Arbeitsplatz dulden 57 Prozent der Arbeitgeber. 38 Prozent würden sogar eine Fernsehübertragung während der Arbeitszeit nicht unterbinden. Das macht einen Unterschied von neun beziehungsweise vier Prozent zur letzten Weltmeisterschaft.

Arbeitgeber unterstützen WM-Erlebnis in der Arbeit

Einige Arbeitgeber gehen noch einen Schritt weiter: Sie unterstützen WM-Fans sogar. 13 bis 15 Prozent sind laut Benjamin Zimmermann, dem Co-Leiter der Studie, mit Fernsehen, Radio und Internet-Recherche zur WM einverstanden. Sie haben erkannt, dass sich neben allen Einbußen das Arbeitsklima durch ein gemeinsames WM-Erlebnis verbessern kann. jk

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