Handwerker haben bei der WM in Brasilien viel zu tun: Friseure, Textilreiniger und - seit Luis Suarez - die Zahntechniker.
Handwerker müssen bei der Fußball-WM in Brasilien ganze Arbeit leisten. Vor allem das Friseurhandwerk. Denn so viel Frisur war nie im Fußball: Irokesen, Halbglatzen, Wuschelköpfe, Rastas – es ist alles dabei, was die Coiffeurkunst hergibt.
Die geritzten Blitze von Ronaldo, der Irokese von Balotelli, die Silbermetallic-Färbung von Dani Alves, die Strähnchen von Neymar – das werden die Trends von morgen sein. Liebe Leser, warten Sie’s ab, Ihre Kinder wollen das bald auch. Da kann der tiefergelegte Jogi-Löw-Helm längst nicht mehr mithalten.
Die Deutschen geben sich im Frisurbereich überhaupt eher spießig. Die kurze, adrette Föhnfrisur à la Neuer ist der Standard. Das Höchste der Gefühle ist der „Undercut“: Seiten kurz anrasiert, oben möglichst hoch. Den Undercut hatte aber Beckham schon vor zehn Jahren. Früher hatten die deutschen Spieler aus der Bundesliga wenigstens noch abgefahrene Vokuhilas – was ja auch irgendwie brasilianisch klingt.
Neben den Friseuren haben bei der WM auch andere Gewerke alle Hände voll zu tun:
Textilreiniger müssen die müffelnden Trikots waschen, die bei gefühlten 380 Prozent Luftfeuchtigkeit in Fortaleza getragen werden.
Schuhmacher müssen nach jedem Spiel nachts die Fußballschuhe neu in giftgrün und neongelb anmalen.
Und Zahntechnikermeister stehen allseits bereit, um die Zähne von Luis Suarez wieder hinzubiegen, wenn er mal wieder Schulter probiert. Senor Suarez, warum tun Sie das bloß? Wo doch alle wissen, dass Lende viel besser schmeckt!
