In der Diskussion über die richtige Lösung der Griechenland-Krise hält der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz einen Schuldenschnitt "für unausweichlich und zudem für gerechtfertigt".
Wirtschaftsweiser: Schuldenschnitt für Griechenland unausweichlich
München (dapd). In der Diskussion über die richtige Lösung der Griechenland-Krise hält der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz einen Schuldenschnitt "für unausweichlich und zudem für gerechtfertigt". Allerdings müsse die Umschuldung so gestaltet werden, "dass daraus für die Euro-Zone kein Desaster erwächst", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dem Nachrichtenmagazin "Focus".
"Eine Möglichkeit bestünde darin, dass der derzeitige Euro-Rettungsschirm EFSF griechische Staatspapiere mit einem gehörigen Abschlag in von ihm ausgegebene und garantierte Anleihen umtauscht", erklärte Franz. Damit sei der sogenannte Haircut realisiert. Es müsse ferner diskutiert werden, ob das Umtauschangebot auch für Portugal und Irland gelte. "Für Griechenland allein rechnen wir mit rund 170 Milliarden Euro, mit denen dieser Umtausch bei dem Rettungsschirm zu Buche schlagen würde", sagte Franz.
dapd
