Konjunktur Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Die Konjunkturforscher sind sich einig: Die deutsche Wirtschaft wächst in diesem Jahr stärker als erwartet und 2009 schwächer als erwartet.

Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Diese Einschätzung vertraten bei ihren jüngsten Prognosen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

DIHK: Geschäftslage hat sich verschlechtert

Der DIHK erwartet für das laufende Jahr nunmehr 2,3 Prozent Wachstum. Bisher lag die Schätzung bei 2,0 Prozent. "In den nächsten zwölf Monaten verliert der Aufschwung jedoch deutlich an Fahrt", erklärte der DIHK in seiner jüngsten Konjunkturumfrage. "2009 wird es wohl angesichts dieser Tempoverringerung nur noch für eine 'schwache eins vor dem Komma reichen", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Geschäftslage der deutschen Wirtschaft hat sich im Frühsommer 2008 nach hervorragenden Vorumfragewerten verschlechtert", konstatierte der DIHK in der Umfrage. "Der starke Euro geht inzwischen nicht mehr spurlos an der Exportwirtschaft vorüber."

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hob seine Prognose für das BIP-Wachstum in diesem Jahr von 1,3 auf 2,2 Prozent an. Für das nächste Jahr senkten die Wirtschaftsforscher ihre Erwartung hingegen von im April prognostizierten 1,3 auf 1,1 Prozent. Das überraschend starke Wachstum zu Jahresanfang mache eine Anhebung der Prognosen für 2008 erforderlich, obgleich sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtert haben, erklärte das Institut. Die deutsche Wirtschaft werde sich den dämpfenden Einflüssen seitens der internationalen Finanzkrise, der Eurostärke und der Energieverteuerung "aber nicht auf Dauer gänzlich entziehen können, und immer mehr Indikatoren deuten auf eine Abschwächung im weiteren Jahresverlauf hin", warnten die Hamburger Ökonomen.

Starke Investitionskonjunktur

Das IW hob seine Prognose für dieses Jahr von 1,7 auf 2,5 Prozent an. Für das nächste Jahr senkten die Kölner Ökonomen ihre Wachstumserwartung aber von 1,4 auf 1,3 Prozent. "Der wesentliche Grund für die günstigere Einschätzung des Konjunkturtrends ist das rasante Tempo, mit dem die deutsche Wirtschaft ins Jahr 2008 gestartet ist", erklärte das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut. Hinter der Steigerung des preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP im ersten Quartal gegenüber dem vorherigen Vierteljahr um 1,5 Prozent stecke "vor allem die starke Investitionskonjunktur". Diese werde im nächsten Jahr deutlich abnehmen.

Die mittelständische deutsche Bauwirtschaft blickt trotz eines rückläufigen Wohnungsneubaus weiterhin optimistisch auf das laufende Jahr. Derzeit rechneten die rund 300.000 Mitgliedsunternehmen der Bundesvereinigung Bauwirtschaft mit einem Umsatzwachstum von 2,1 Prozent auf 180 Milliarden Euro, sagte deren Vorsitzender, Karl-Heinz Schneider. Die Zahl der Beschäftigten werde den Schätzungen zufolge geringfügig auf 2,7 Millionen ansteigen.

ddp