Kritik an der EU-Kommission Wirtschaftsverbände wollen CSR-Freiwilligkeit beibehalten

Drei Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme vehement für die Beibehaltung der Freiwilligkeit von Corporate Social Responsibiliy für Unternehmen ausgesprochen.

Steffen Guthardt

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Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderten die EU-Kommission auf, den breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens darüber nicht in Frage zu stellen.

Der in den vergangenen zehn Jahren verfolgte Kurs im Umgang mit CSR sollte engagiert und konstruktiv fortgesetzt werden. Eine Verpflichtung zur Berichterstattung über CSR-Maßnahmen würde hingegen das vielfältige gesellschaftliche Engagement von Unternehmen konterkarieren. Zudem betonten die Spitzenverbände, dass viele Unternehmen sich bereits ohne eine entsprechende Verpflichtung an den bestehenden Leitfäden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung orientieren würden.

Bürokratische Last

Die Spitzenverbände stellten klar, dass sie in den Plänen der EU einen „massiven Eingriff in die Gestaltungsfreiheit von Unternehmen“ sehen würden. Die bürokratische Last würde zudem in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Die Kommission der Europäischen Union hatte das geltende Prinzip der CSR-Berichterstattung jüngst in einem Positionspapier in Frage gestellt. Die Neuorientierung begründet die Kommission mit der Wirtschaftskrise und ihren sozialen Folgen. Sie habe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wirtschaft „zu einem gewissen Grad erschüttert".

Nach den Plänen der Kommission müssten Unternehmen künftig regelmäßig über ihr gesellschaftliches Engagement berichten.