Handwerkskonjunktur Wirtschaftskrise schlägt sich in Umsätzen nieder

Das Handwerk hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge setzte das zulassungspflichtige Handwerk gegenüber dem Vorjahr 5,0 Prozent weniger um.

Beflügelt durch den Nachfrageanstieg infolge der Umweltprämie verzeichnete das Kfz-Gewerbe 209 den größten Zuwachs. Foto: ddp

Wirtschaftskrise schlägt sich in Umsätzen nieder

Lediglich zwei der sieben Gewerbegruppen konnten den Angabenzufolge ihre Erlöse steigern. Beflügelt durch den Nachfrageanstieg infolge der Umweltprämie habe dabei das Kfz-Gewerbe mit Plus 1,7 Prozent den größten Zuwachs verzeichnet. Ebenfalls zugelegt habe mit 0,9 Prozent das Gesundheitsgewerbe. Dagegen seien die Umsätze bei den Handwerken für den privaten Bedarf stagniert. Dazu zählen beispielsweise Friseure und Steinmetze.

Die stärksten Umsatzeinbußen mit 17,7 Prozent verzeichneten den Statistikern zufolge die besonders von der Konjunkturentwicklung in der Industrie abhängigen Handwerke für den gewerblichen Bedarf, darunter Metallbauer und Feinwerkmechaniker.

Bei der Beschäftigung konnten 2009 auf Jahressicht lediglich das Lebensmittelgewerbe und das Gesundheitsgewerbe zulegen. In beiden Gewerbegruppen stieg die Zahl der Mitarbeiter um jeweils 0,3 Prozent. Den größten Beschäftigungsrückgang verzeichneten dagegen mit Minus 3,3 Prozent die Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Trotz Umsatzsteigerung sank im Kraftfahrzeuggewerbe die Beschäftigung um 3,1 Prozent.

Handwerk zuversichtlich für Konjunkturentwicklung 2010

Zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes erklärte Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks: "Die ermittelten Kennzahlen für die Handwerkswirtschaft bleiben etwas hinter unseren optimistischeren Prognosen zurück." Das Umsatz- und Beschäftigtenniveau bewege sich aber auf der Höhe der beiden für die Handwerkswirtschaft erfolgreichen Jahre 2006 und 2007.

Zugleich verzeichnet das Handwerk laut Kentzler deutlich mehr Stabilität als das verarbeitende Gewerbe insgesamt, das im gleichen Zeitraum Einbußen um 17 Prozent verzeichnete. Die Umsatzverluste im Handwerk kämen vor allem aus den als Zulieferer und Dienstleister für die Industrie tätigen Betrieben.

Zuversichtlich äußerte sich der ZDH-Präsident bezüglich der Erwartungen des Handwerks für 2010: "Insgesamt rechnen wir mit einem nur noch geringen Umsatzminus von einem Prozent und einer stabilen Beschäftigungsentwicklung.“

Die detailierte Darstellung der Zahlen finden Sie auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes Deutschland unter destatis.de .

ddp/dhz