Regionalranking Wirtschaftskraft: Der Süden bleibt das Maß aller Dinge

Der Süden Deutschlands bleibt wirtschaftlich das Maß aller Dinge. Das Regionalranking zeigt: Städte und Landkreise in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen glänzen mit innovativen Unternehmen. München liegt bundesweit an der Spitze.

Der Landkreis München ist die stärkste Wirtschaftsregion Deutschlands. - © Michael Fleischmann/Fotolia.com

In den südlichen Gebieten Deutschlands ist die Wirtschaftskraft weiterhin am stärksten. In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegen 89 der 100 stärksten Regionen der Republik. Das zeigt das Regionalranking 2016 der IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Während Teile Niedersachsens den Anschluss an die Spitze halten können, verliert das Ruhrgebiet im Regionalvergleich weiter an Boden.

Vollbeschäftigung in einigen Regionen in greifbarer Nähe

In einigen Regionen des Landes ist laut den Berechnungen sogar Vollbeschäftigung in greifbarer Nähe. In Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, aber auch im Süden Niedersachsens und im Westen von Rheinland-Pfalz liegt die Arbeitslosenquote bei höchstens vier Prozent. Laut IW Consult bleibt der Landkreis München die erfolgreichste Region Deutschlands.

Vor allem Gegenden mit einer innovativen Wirtschaft entwickelten sich positiver als der Durchschnitt, heißt es in der Untersuchung. Der Nachteil: Diese Regionen können jedoch ihren Bedarf an Fachkräften immer seltener decken. Studien des IW Köln zeigen, dass Engpässe selbst bei Facharbeitern bestehen, die zunächst nur geringe Deutschkenntnisse brauchen. Zu den Berufen, mit Personalengpässe zählen zunehmend auch Gewerke aus dem Handwerk, wie beispielsweise Bäcker. Aber auch LKW-Fahrer oder Köche werden in einigen Regionen dringend gesucht.

Das Ruhrgebiet droht den Anschluss zu verlieren

Ein anderes Bild zeigt sich dagegen im Westen. Hier kämpfen viele Regionen mit wirtschaftlichen Problemen – von den schlechtesten zehn Landkreisen und Städten im Regionalranking 2016 sind alleine fünf aus dem Ruhrgebiet. Schlusslicht ist Duisburg. Mit Wilhelmshaven, Neumünster, Flensburg und Bremerhaven liegen zudem vier Städte aus Norddeutschland ganz hinten. "Die schwachen Regionen drohen den Anschluss zu verlieren, wenn sie nicht gegensteuern", sagt Hanno Kempermann von der IW Consult.

Im Regionalranking 2016 wurde die sozio-ökonomische Lage in allen 402 Städten und Landkreisen Deutschlands untersucht. Im Dynamikranking wird die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 analysiert. dhz

Das Regionalranking 2016 in der interaktiven Karte

Platzierung der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Die blau markierten Punkte weisen die zehn höchstplatzierten Regionen aus, die rot markierten die zehn schwächsten. Einfach auf die verschiedenen Regionen klicken, um zu erfahren, wie sie in den Kategorien Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität abgeschnitten haben.