Herbstgutachten Wirtschaftsforscher erwarten 3,5 Prozent Wachstum

Das Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute sieht in diesem Jahr für Deutschland ein Wachstum von 3,5 Prozent vor. Für das kommende Jahr werden zwei Prozent prognostiziert.

Wirtschaftsforscher erwarten 3,5 Prozent Wachstum

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat sich hoch erfreut über das Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute gezeigt. "Der XL-Aufschwung geht weiter", sagte er heute auf seiner Asienreise im japanischen Nagoya. Auch weiterhin sei "deutliches Wachstum zu erwarten. Die Konjunkturerholung sei klassisch durch den Export angetrieben worden, greife nun über auf Investitionen, Konsum und Reallöhne. Deutschland komme nun schrittweise in einen Fachkräftemangel hinein. Dagegen müssten "strukturelle Maßnahmen" ergriffen werden.

Die Institute sehen 3,5 Prozent Wachstum für 2010 und 2,0 Prozent für 2011 vorher. Die Bundesregierung werde am 21. Oktober ihre eigene Wachstumsprognose abgeben, sagte Brüderle. Er hatte in China bereits eine kräftige Aufwärtsrevision angekündigt. Bei ihm werde "mindestens eine zwei mit hoher Zahl hinter dem Komma" stehen, hatte er gesagt. Im Frühjahr hatte die Regierung nur 1,4 Prozent für 2010 vorhergesagt. Das zweite Quartal war dann aber überraschend stark ausgefallen.

Auf die Frage, ob die von den Instituten für 2011 vorhergesagte Ausweitung des deutschen Zahlungsbilanz-Überschusses nicht erneut Kritik aus den USA und Frankreich hervorrufen werde, sagte Brüderle, dies wäre nicht gerechtfertigt und könnte auch mit dem US-Wahlkampf zu tun haben. Deutschland sei nicht nur Vize-Weltmeister bei den Exporten, sondern auch bei den Importen. Das deutsche Wachstum sei mehr als doppelt so hoch wie im Rest Europas, wo nur 1,6 Prozent erwartet würden. Deutschland ziehe daher seine Nachbarn mit. "Statt Kritik wäre ein Stück Anerkennung angebracht", sagte Brüderle.

dapd