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Allianz für Aus- und Weiterbildung Wirtschaft und Politik wollen duale Ausbildung weiter stärken

Eineinhalb Jahre nach ihrem Start wollen sich die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung weiter für betriebliche Ausbildung einsetzen. Von einer Schmalspurausbildung halten sie nichts.

Angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsstellen und immer noch unversorgten Bewerben wollen sich die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung weiter für die duale Ausbildung stark machen. "Wir belassen es nicht bei Appellen“, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nach einem Treffen der Partner aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit. So seien Förderinstrumente wie die „assistierte Ausbildung“ auf den Weg gebracht worden. Auch ausbildungsbegleitenden Hilfen seien ausgebaut worden. Die Politik wolle Betriebe so bei ihrer Ausbildungsleistung unterstützen. Außerdem verständigten sich die Paktpartner darauf, sowohl Einheimischen wie geflüchteten Menschen ein hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Von einer abgespeckten Ausbildung halten sie nichts.

Wirtschaft will sich noch stärker ins Zeug legen

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer unterstrich die Bedeutung der betrieblichen Berufsausbildung. „Die Wirtschaft verstärkt ihre Aktivitäten auch angesichts der hohen Zahl der unbesetzt gebliebener Ausbildungsplätze“, sagte er. Insgesamt waren im vergangenen Ausbildungsjahr 41. 000 Ausbildungsplätze von rund 520.000 betrieblichen Ausbildungsplätzen unbesetzt geblieben. Allein im Handwerk waren es fast zehn Prozent aller angebotenen Stellen. Gleichzeitig haben insgesamt rund 20.700 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz gefunden. Damit möglichst viele Jugendliche auf direktem Wege in eine Ausbildung kommen, sollte der Weg dorthin schon möglichst früh in den Schulen aufgezeigt werden, unterstrich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Paktpartner gegen Schmalspurausbildung

Die Paktpartner machten unmissverständlich klar, dass sie an einer vollwertigen betrieblichen Ausbildung festhalten wollten: „Was wir nicht brauchen sind Schmalspurausbildungen für Flüchtlinge“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Elke Hannak. Man wolle vielmehr auf die bewährte Berufsausbildung setzen, sagte sie. Eine verstärkte Nachfrage von Flüchtlingen auf dem Ausbildungsmarkt erwartet sie erst für das Ausbildungsjahr 2017/2018.

Auch Spätstarter haben noch Chancen

Als Seismograph für die Herausforderungen am Ausbildungsmarkt sieht sie die Entwicklung im so genannten Übergangssystem, in dem immer noch rund 270.000 Jugendliche und junge Erwachsene steckten. Allein 2015 waren nach Angaben der Allianz-Partner rund 60.100 Jugendliche dort gelandet. Viele suchten aber weiterhin einen Ausbildungsplatz. Bundesarbeitsministerin Nahles verwies unterdessen darauf, dass das so genannte „Spätstarter-Programm“, weiter ausgebaut werden soll. Mit ihm soll auch 25- bis 30-Jährigen noch der Start in eine Ausbildung ermöglicht werden. bir

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