Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich trotz des schwierigen Umfelds im Juni aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 114,5 Punkte, wie das Münchner Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem robusten Aufschwung", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Wirtschaft trotzt schwierigem Umfeld
München (dapd). Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich trotz des schwierigen Umfelds im Juni aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 114,5 Punkte, wie das Münchner Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem robusten Aufschwung", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht die "Aufschwungkräfte in Deutschland intakt".
Volkswirte hatten einen Rückgang des wichtigsten Gradmessers für die deutsche Konjunktur erwartet. Im Mai war der Index stabil bei 114,2 Punkten geblieben, nachdem er zuvor zweimal nacheinander etwas gesunken war. Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7.000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten.
Geschäftslage besser als die Erwartungen
Sinn erklärte, die Unternehmen bewerteten ihre momentane Geschäftslage deutlich positiver als im Mai. Ihre Geschäftserwartungen seien zwar erneut etwas weniger optimistisch, blieben aber zuversichtlich.
Laut Ifo ist das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe unverändert gut. Die Industrieunternehmen seien aber hinsichtlich des Exports bei weitem nicht mehr so optimistisch wie bisher. Sie wollten die Mitarbeiterzahl etwas zurückhaltender aufstocken. Merklich aufgehellt habe sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe, habe die Umfrage weiter ergeben. Dagegen habe sich die Stimmung in der Dienstleistungsbranche etwas eingetrübt.
Im Handel sei die Tendenz uneinheitlich. Während der Geschäftsklimaindex im Einzelhandel gesunken sei, sei er im Großhandel deutlich gestiegen.
Länger anhaltende Wachstumsphase
Aus der Sicht von Volkswirten sind die Unternehmen weiterhin überraschend zuversichtlich. Der Ifo-Index sei ungeachtet der Anzeichen einer globalen Konjunkturabkühlung, der Zuspitzung der Schuldenkrise und einer erheblichen Belastung durch hohe Rohstoffpreise leicht gestiegen und befinde sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, sagte Allianz-Chefvolkswirt Rolf Schneider. Der Index zeige, dass die Binnenkonjunktur zunehmend das tragende Element des Aufschwungs in Deutschland ist.
Angesichts der aktuellen Unternehmensumfragen und der bisher bekannten harten Konjunkturindikatoren wie Auftragseingänge und Produktion rechnet Schneider im zweiten Quartal dieses Jahres mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal von rund einem halben Prozentpunkt. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies immer noch einen Anstieg von über drei Prozent.
Rösler sagte, die deutsche Wirtschaft könne das nun eingeschlagene moderatere, aber robuste Expansionstempo auch über einen längeren Zeitraum hinweg durchhalten. "Ich sehe derzeit durchaus Chancen, dass wir eine länger andauernde Wachstumsphase erleben dürfen", fügte der Minister hinzu.
dapd
