Konjunktur Wirtschaft ohne Schwung

In der deutschen Wirtschaft läuft es zurzeit nicht rund. Die Schuldenkrise im Euroraum verunsichert, doch gleichzeitig sind die Unternehmen recht zuversichtlich.

Nach dem Rückgang im Herbst hat sich die Erzeugung des produzierenden Gewerbes auch zu Beginn des laufenden Jahres verringert. Bereinigt um Saison- und Kalender-Effekte nahm sie im Januar/Februar um 2,1 Prozent gegenüber 2012 ab.

Gleichzeitig sind die Unternehmen recht zuversichtlich. Dass sich der Ifo-Index erst erholt hat und im April nur leicht gesunken ist, werten Beobachter als Reaktion auf die etwas stabilisierte Staatsschuldenkrise. Man muss aber damit rechnen, dass die mühsam abgewendete Zahlungsunfähigkeit Zyperns von Neuem verunsichert. Ob die Schwächephase endgültig überwunden ist, bleibt fraglich. Die harten Konjunkturdaten markieren noch keinen klaren Aufwärtstrend.

Schrumpfende Lieferungen in die Euro-Zone

Vor allem sieht es nicht so aus, dass sich die Ausfuhr bald beschleunigen wird. Im Zeitraum Januar/Februar stagnierte der deutsche Export auf Jahressicht. Sorgen bereiten die schrumpfenden Lieferungen in die Euro-Zone. Asien und Amerika sind dagegen treibende Kräfte. In den USA sorgt die massive Ausweitung der Erdgasförderung für billige Energie und damit für eine Renaissance des Industriesektors.

Erst wenn die Auslandsnachfrage wieder zunimmt, wird sich auch die Investitionstätigkeit der Firmen erhöhen. Gegenwärtig sind die Inlandsumsätze der Hersteller von Investitionsgütern noch schwach. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres betrug der Rückstand zum Vorjahr sechs Prozent.

Die Ruhe an den Finanzmärkten hat den Konsum gefestigt. Aus Sicht der Verbraucher rückten der stabile Arbeitsmarkt und die moderate Inflation in den Mittelpunkt. Infolgedessen setzte der klassische Einzelhandel im Zeitraum Januar/Februar nominal 1,6 Prozent mehr um als 2012. Die Einbrüche im privaten Kfz-Handel zeigen jedoch, dass den Menschen das Geld nicht so locker in der Tasche sitzt.

Das deutsche "Jobwunder"

Importe sind zurzeit billiger als vor einem Jahr. Vor allem Öl und Gas sowie Erze und Metalle prägen den Trend. Dies und der Wegfall der Praxisgebühr schlagen auf die Verbraucherpreise durch. Im ersten Quartal 2013 verteuerte sich der Warenkorb der amtlichen Statistiker nur um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das deutsche "Jobwunder" spielt eine zentrale Rolle für die robuste Konjunktur hierzulande. Derzeit werden zwar weniger Stellen angeboten als vor einem Jahr, die Arbeitskräftenachfrage ist aber nach wie vor rege. Der dazu von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte Index (BA-X) gab zwar im März weiter nach, er liegt aber mit 155 Punkten immer noch so hoch wie zu Beginn des Boomjahres 2011. we/los