Die Forderungen der SPD nach einer höheren Reichensteuer stoßen in der Wirtschaft auf scharfen Widerstand. "Keiner sollte jetzt über Steuererhöhungen reden", sagte Hans-Peter Keitel, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), der "Welt am Sonntag".
Wirtschaft gegen Reichensteuer
Gebraucht werde eine steuerliche Entlastung der Leistungsträger. Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, warnte vor zusätzlichen Abgaben: "Mit Steuererhöhungen kann man keine Wirtschaftskrise bekämpfen."
Kritisch äußerte sich auch der Maschinenbauverband VDMA. Dessen Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse hält die Reichensteuer für "ein typisches Wahlkampf-Dummy. Sie schürt nicht nur den Neid, sondern schädigt das Investitionsklima und die steuerliche Standortattraktivität". Für den Vorstandsvorsitzenden des Motorenbauers Deutz, Helmut Leube, ist die Reichensteuer "ein populistisches Wahlkampfthema, bei dem Aufwand und Ertrag kaum im richtigen Verhältnis stehen".
Der Vorsitzende der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes, beklagte, die Reichensteuer treffe Unternehmer selbst dann, wenn sie ihren Gewinn in der Firma ließen und damit die Kapitalkraft stärkten. "Mit der Reichensteuer würden wir die ganze Wirtschaft schwächen", warnte er.
ddp