BDA und BDI Wirtschaft fordert beitragsfreie Vorschule und mehr Ganztagsschulen

Die großen Verbände der deutschen Wirtschaft fordern von der Politik mehr Einsatz für eine bessere Bildung. Dazu fassen sie eine Verbesserung der frühkindlichen Bildung und den Ausbau der Ganztagesschulen ins Auge.

Wirtschaft fordert beitragsfreie Vorschule und mehr Ganztagsschulen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisieren in der "Süddeutschen Zeitung", der Fachkräftemangel sei zu einer gefährlichen Wachstumsbremse geworden. Sie unterstützten die Bildungsinitiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und riefen die Ministerpräsidenten der Länder dazu auf, eine Gesamtstrategie zu entwickeln. Bund und Länder müssten die Bildung auf Position Eins der politischen Agenda setzen.

Die Verbände verlangten, bis 2015 den Anteil der Schulabbrecher, der leistungsschwachen Schulabgänger und der Studienabbrecher zu halbieren. Um das zu erreichen, forderten sie eine stärker Konzentration auf die frühkindliche Bildung, ein obligatorisches beitragsfreies Vorschuljahr und den bedarfsgerechten Ausbau der Ganztagsschulen. Finanziert werden solle das mit dem Geld, das durch den Schülerrückgang in den kommenden Jahren frei werde. Allein bis 2010 seien das etwa zehn Milliarden Euro.

Nach Ansicht der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Deutschland zu wenig Abiturienten und Studenten. "Wir laufen in massive Personal- und Nachwuchsprobleme in der Forschung hinein, wenn es uns nicht gelingt, mehr Kindern eine höhere Schulbildung zu ermöglichen", sagte DFG-Präsident Matthias Kleiner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Darüber müssten Bund und Länder auf ihrem Bildungsgipfel Ende Oktober ebenso sprechen wie über eine geringe Studierbereitschaft.

Zugleich forderte Kleiner eine Stärkung der Naturwissenschaften an den Schulen. Beim Fächerkanon mangele es an verbindlichen Vorgaben. "In der Abiturprüfung sollte in allen Bundesländern neben Mathematik ein weiteres naturwissenschaftliches Fach Pflicht sein", sagte Kleiner. Jungen und Mädchen bräuchten schon in Kindergarten und Schule ausreichend Raum, um zu erleben, welche Abenteuer mit Forschung verbunden seien.

Kleiner warnte vor negative Folgen einer föderalen Vielstimmigkeit in Bildungsfragen. "Die Nutznießer von Bildung, Forschung und Lehre fragen nicht in erster Linie nach Zuständigkeiten. Sie interessieren sich für die Ergebnisse", sagte Kleiner. Deshalb sei es der richtige Weg, wenn Bund und Länder in dem Politikfeld enger zusammenarbeiteten.

ddp