Griechenland, die Eurogruppe und die Bundesregierung haben einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach Athen den Austritt aus der Währungsunion erwägt. "Spiegel Online" hatte berichtet, die Finanzminister kämen deshalb am (heutigen) Freitagabend in Luxemburg zu einem Krisentreffen zusammen. Der Euro reagierte mit einem Kurssturz.
Wirbel um angeblichen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion
Athen/Berlin (dapd). Griechenland, die Eurogruppe und die Bundesregierung haben einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach Athen den Austritt aus der Währungsunion erwägt. "Spiegel Online" hatte berichtet, die Finanzminister kämen deshalb am (heutigen) Freitagabend in Luxemburg zu einem Krisentreffen zusammen. Der Euro reagierte mit einem Kurssturz: Die Gemeinschaftswährung verlor am Abend zeitweise mehr als zwei Cent im Vergleich zum Tageshoch.
"Solche Berichte sind eine Provokation, sie untergraben die Anstrengungen Griechenlands und des Euro und dienen spekulativen Spielen", heißt es in einer Stellungnahme des Finanzministeriums in Athen. Derartige Berichte seien "mit einer unfassbaren Leichtfertigkeit geschrieben", obwohl die Regierung Griechenlands und anderer EU-Staaten derartige Gerüchte immer wieder zurückgewiesen hätten.
Dem Bericht des Online-Magazins zufolge stand auch eine baldige Umschuldung des Euro-Krisenlandes auf der Tagesordnung des Treffens. Von deutscher Seite sollten demnach nur Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen daran teilnehmen.
Nach ARD-Angaben beraten die finanzstarken EU-Länder über eine Umschuldung Griechenlands. Die "Tagesschau" berichtete am Freitagabend, an dem Treffen nähmen unter anderem Vertreter Deutschlands und Finnlands sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, teil. Bei den Gesprächen gehe es allerdings nicht um einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion.
Ein Sprecher des Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker wies den "Spiegel Online"-Bericht ebenfalls zurück. Die Lage Griechenlands habe sich nicht zugespitzt.
Auch Regierungssprecher Steffen Seibert dementierte die angeblichen Erwägungen Griechenlands. "Ein Austritt stand und steht nicht zur Debatte", sagte Seibert der Nachrichtenagentur dapd. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, er wolle das angebliche Treffen weder bestätigen noch dementieren.
Die FDP schloss eine Umschuldung Griechenlands nicht mehr aus. "Wenn ich die Entwicklung der Märkte betrachte, dann ist das für mich nur eine Frage der Zeit und der Bedingungen", sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner der Zeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. "Prinzipiell sollten zukünftig bei Schuldenkrisen erst die privaten Gläubiger in die Pflicht genommen werden, dann müssen die betroffenen Staaten ihre Hausaufgaben machen." Europäische Nothilfe sei das letzte Mittel.
dapd
