Wärmeplanung "Wir fangen nicht bei Null an"

Große Kommunen müssen bis Mitte 2026 Wärmepläne vorlegen. Jetzt ist ein bundesweiter Dialog zur Wärmeplanung gestartet. Das Schornsteinfegerhandwerk machte deutlich, bei der Bestandsaufnahme noch stärker mitwirken zu wollen.

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Bauministerin Klara Geywitz und Wirtschaftsminister Robert Habeck starten in Berlin den Austausch mit Ländern, Kommunen und Verbänden zur Wärmeplanung. (Archivbild) - © picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Die Bundesregierung sieht die Wärmeplanung auf einem guten Weg. "Wir fangen nicht bei Null an. Viele Kommunen haben sich schon auf den Weg gemacht", sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) zum Startschuss des bundesweiten Dialogs unter den Beteiligten von Bund, Länder, Kommunen und Verbänden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wies darauf hin, dass mit der Wärmeplanung die Entwicklung der Energieinfrastruktur vor Ort besser aufeinander abgestimmt werden und möglichst effiziente Lösungen gefunden werden könnten.

Habeck: Mit konjunktureller Erholung zieht auch Sanierung an

Mit Blick auf die auch vom Handwerk festgestellte Verunsicherung der Verbraucher beim Heizungstausch und der Sanierung rechnet Habeck mit einer Entspannung. "Mit Anziehen der Konjunktur und besseren Daten geht es auch mit der Sanierung nach oben", sagte er. Ähnlich sieht es Bundesbauministerin Geywitz. Habeck wies auch darauf hin, dass zuletzt die Förderanträge für Wärmepumpen angezogen hätten. Daneben setze man mit dem sogenannten Speed-Bonus einen Anreiz für den zügigen Einbau einer klimafreundlichen Heizung, unterstrich er.

Geywitz: Wärmepläne werden gefördert

Geywitz wies erneut darauf hin, dass der Bund die Kommunen bei der Erstellung der Wärmepläne mit insgesamt 500 Millionen Euro unterstütze. Außerdem fielen die Anforderungen kleiner Kommunen an der Wärmeplanung geringer aus. "Viele kleine Kommunen werden zudem keine Detailplanung vorlegen müssen, wenn zum Beispiel kein Stadtwerk eingebunden ist und die Versorgung vorrangig privat betrieben wird", teilte sie mit.

Schornsteinfeger wollen auch Daten für Wärmepumpen erfassen

Das zum Jahresanfang 2024 in Kraft getretene Wärmeplanungsgesetz (WPG) sieht vor, dass Kommunen ab 100.000 Einwohner bis zum 1. Juli 2026 einen Wärmeplan vorlegen müssen. Kleinere Kommunen haben zwei weitere Jahre Zeit. Grundlage einer solchen Wärmeplanung ist in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme, wie hoch der Wärmebedarf einer Kommune derzeit ist und wie er bereitgestellt wird. Der Präsident des Schornsteinfegerhandwerks, Alexis Gula, warb dafür, dass Schornsteinfeger künftig neben den Daten der fossilen Heizungen auch die Daten von Wärmepumpen erfassen dürfen.

Ohne Wärmewende keine Klimaneutralität bis 2045

Derzeit werden in Deutschland nach den Worten Habecks noch 80 Prozent der Heizungen mit fossilen Brennstoffen befeuert. Dies mache die Herausforderung der Wärmewende deutlich. Hintergrund der Wärmewende sei das im Klimaschutzgesetz 2019 festgelegte Ziel der Klimaneutralität Deutschlands bis 2045. Dies mache jetzt Maßnahmen in den verschiedenen Sektoren wie Verkehr und Gebäude nötig.