Der Kaufanreiz soll den Automarkt beleben. Reinhard Schultz (SPD) ist dafür, Horst Meierhofer (FDP) dagegen. Das Pro und Contra zur Abwrackrämie.

"Wir erwarten einen Kaufanreiz von bis zu 300.000 zusätzlichen Fahrzeugen"
Pro: Reinhard Schultz, Mittelstandsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion:
Wir haben uns für die Abwrackprämie nicht ohne Grund starkgemacht. Wir erwarten von dieser Umweltprämie einen Kaufanreiz von bis zu 300.000 zusätzlichen Fahrzeugen. Das wäre nach dem massiven Absatzeinbruch bei Autoindustrie und handel ein sehr guter Anschub.
Die Halden von Neu- und Jahreswagen bei den Herstellern werden abgebaut, die Produktion wird wieder aufgenommen und der Zusammenbruch von Zuliefernetzwerken, Teilen des Kfz-Handels und Handwerks wird abgefangen. Sie hilft, hundertausende die Umwelt belastende Altfahrzeuge zu verschrotten.
Wir erleichtern deren Besitzern den Umstieg auf umweltfreundliche Autos im Klein- und Mittelklassewagensegment, zumal wir zum 1. Juli 2009 die Kfz-Steuer zur CO2-Steuer umbauen. Die positive Wirkung der Umweltprämie auf die einzelnen Marktsegmente wird von der Kombination mit anderen Anreizen der Hersteller und des Handels abhängen, etwa von Rabatten und guten Finanzierungen.
Die positive Wirkung für die deutsche Autoindustrie wäre jedoch noch größer, wenn es gelänge, mithilfe der Prämie die deutschen Marken besser zu platzieren. Die Autoindustrie ist europäisch und global gut aufgestellt – diese Position wollen wir sichern.
Übertriebener Protektionismus ist dabei aber der falsche Weg. Gewinner der Umweltprämie sind die Umwelt, die Autofahrer mit kleinerem Geldbeutel, die sich nun eher ein Neufahrzeug leisten können, das Kfz-Gewerbe in seiner mittelständischen Struktur und die Autoindustrie und ihre Zulieferer als wichtiger Säule unserer Industrie. bir/dhz