Als letzter großer deutscher Autokonzern hat Volkswagen ein eigenes Werk in den USA eröffnet. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn weihte am Dienstag die weltweit 62. VW-Fabrik in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee ein. Für eine Investitionssumme von 1 Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) wurde die Produktionsstätte in nur zwei Jahren errichtet.
Winterkorn eröffnet in den USA 62. VW-Fabrik weltweit
Chattanooga (dapd). Als letzter großer deutscher Autokonzern hat Volkswagen ein eigenes Werk in den USA eröffnet. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn weihte am Dienstag die weltweit 62. VW-Fabrik in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee ein. Für eine Investitionssumme von 1 Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) wurde die Produktionsstätte in nur zwei Jahren errichtet.
"Volkswagen ist heute mehr in Amerika zuhause als je zuvor", sagte Winterkorn zu Eröffnung vor der Belegschaft. Gleichzeitig gab er eine Garantie für das VW-Werk im niedersächsischen Emden ab, wo bisher Autos für den Export in die USA gebaut wurden. "Emden muss sich keine Sorgen machen", sagte Winterkorn.
Das Werk mit 2.000 Mitarbeitern im Endausbau soll die jahrelange Krise des größten Autobauers Europas auf dem amerikanischen Markt beenden, wo in den letzten Jahren vor allem wegen des starken Eurokurses Milliardenverluste entstanden waren. BMW und Mercedes betreiben seit Jahren US-Werke, die ebenfalls im Süden des Landes angesiedelt sind. Audi erwägt eine Produktion im jetzt eröffneten Werk der Konzernmutter.
VW produziert in Chattanooga einen extra für Nordamerika konzipierten Ableger der Mittelklasselimousine Passat, die mit einem Kampfpreis von rund 20.000 Dollar (14.000 Euro) Kunden der erfolgreichen japanischen Konkurrenten anlocken sollen. Hauptwerk des Passats ist Emden.
150.000 Stück pro Jahr als Anfang
Winterkorn kündigte an, der VW-Konzern wolle seinen US-Absatz verdreifachen. "Der Konzern will bis 2018 jährlich eine Million Fahrzeuge in den USA verkaufen." 2010 waren das rund 360.000 in einem Markt von über 11 Millionen Neufahrzeugen. Winterkorn rechnet mit einem Wachstum des US-Marktes auf über 15 Millionen Stück.
VW verliert seit Jahren Geld in den USA, weil viele Fahrzeuge aus dem Euroraum eingeführt werden und dem Konzern so hohe Währungsverluste entstehen. Mit dem US-Werk will der Autobauer aus Niedersachsen die Währungsverluste eindämmen, denn mehr als 85 Prozent der Teile kommen aus dem Dollarraum.
VW plant zunächst eine Jahresproduktion in Chattanooga von 150.000 Stück, die aber bei guter Nachfrage kurzfristig auf 250.000 Stück angehoben werden kann. Winterkorn kündigte an, einen Vergrößerung des Werks sei ebenfalls kurzfristig möglich. "Das könnte schon in 12 Monaten passieren", sagte der Konzernchef. Er schloss aber aus, dass in den USA produzierte Autos nach Europa exportiert werden.
Der Wagen ist größer und breiter als der deutsche Passat, kann aber wegen niedriger Lohnkosten in den USA von 15 Dollar pro Stunde (10,50 Euro) deutlich billiger als ein Golf in Deutschland angeboten werden. Auch die Innenausstattung und andere Einzelheiten sind nicht so raffiniert wie in europäischen VW-Modellen.
dapd
