Die deutsche Baubranche beurteilt die Lage trotz des wetterbedingten Stillstandes auf den meisten Baustellen gelassen. "Wir sind nun mal ein saisonales Gewerbe. Es ist nichts, was ungewöhnlich ist", sagte der Wirtschaftsexperte Andreas Geyer vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB).
Winter lässt die Wirtschaft kalt
Bisher sei der Winter ganz normal verlaufen. Auch im vergangenen Jahr habe das kalte Winterwetter zu Jahresbeginn den öffentlichen Bau und den Wohnungsbau um mehr als 30 Prozent einbrechen lassen. Normalerweise würden die Aufträge im Frühjahr nachgeholt.
Ähnlich äußerte sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. "Die Baustellen liegen still", sagte Chefvolkswirt Heiko Stiepelmann der Nachrichtenagentur ddp. Das Gießen von Asphalt oder Beton sei bei diesen Temperaturen nicht möglich. Dennoch würden die meisten Ausfälle ab dem Frühjahr nachgeholt. Die Kapazitäten seien in der Branche durchaus vorhanden. Ob die Umsätze im ersten Quartal zurückgingen, könne er jetzt noch nicht sagen. Stiepelmann sieht keinen Anlass, seine Gesamtjahresprognose, nach der ein Umsatzminus von nominal 1,5 Prozent erwartet wird, zu korrigieren.
Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) glaubt man hingegen nicht, dass die Umsatzeinbußen, die das Winterwetter der Baubranche beschert, im Jahresverlauf wieder aufgeholt werden können. "Das wird das Jahresergebnis natürlich belasten. Das kann nicht aufgeholt werden, das ist zuviel", sagte ZDH-Sprecher Alexander Legowski. Andere Handwerksbereiche seien neben den Bauhandwerken allerdings nicht vom Winter betroffen.
ddp